Erwin Schulhoffs Morgenstern-Lieder

Der Komponist Erwin Schulhoff (1894-1942) vertonte 1932 das Kommunistische Manifest in einer Kantate.

Zu einer Uraufführung zweier Liederzyklen des in Vergessenheit geratenen politischen wie heiter-ironischen Komponisten Erwin Schulhoff kam es bei diesem Konzert im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg.

Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg
Fr, 29.04.2016 | 19.30 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle, Kleiner Saal (Johannes-Brahms-Platz 1)

Hans Christoph Begemann Bariton
Klaus Simon Klavier
Bennewitz Quartett                                             
Krzysztof Chorzelski Viola
Antoine Lederlin Violoncello

GIDEON KLEIN
Fantasie und Fuge
ERWIN SCHULHOFF

  • Streichsextett WV 70
  • Liederzyklus "1917" WV 110 (Uraufführung)
  • Fünf Lieder nach Christian Morgenstern (Uraufführung)
VIKTOR ULLMANN
  • Liederbuch des Hafis op. 30
  • "Herbst" auf ein Gedicht von Georg Trakl
  • Streichquartett Nr. 3. op. 46
HANS KRÁSA
Passacaglia und Fuge

In Kooperation mit Elbphilharmonie Konzerte.
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Vernichtet und vergessen

Erwin Schulhoff machte ernst mit der Verbindung von Kunst und Revolution. In seinen Jugendjahren schockierte der Prager Komponist die Bürger mit Jazz-Phantasien und freimütigem musikalischen Dadaismus. Später wandte er sich der politischen Kunst zu - die Welt verdankt ihm unter anderem eine Vertonung des Kommunistischen Manifests.

Die Nazi-Herrschaft schnitt Schulhoffs Karriere jäh ab. Er starb 1942 an Unterernährung und Erschöpfung im Internierungslager Weißenburg, und der physischen Vernichtung folgte - wie in vielen anderen Fällen auch - das Vergessen. Bis heute sind noch immer nicht alle Werke Schulhoffs veröffentlicht worden.

Unbekanntes aus den 20er- bis 40er-Jahren

Im Rahmen des Internationalen Musikfests werden nun auf Initiative von NDR das neue werk zwei Lieder-Zyklen uraufgeführt. Der Zyklus "1917" ist eine Hommage an die Russische Revolution; die "Morgenstern-Lieder" zeigen den jungen Schulhoff dagegen von seiner heiter-ironischen Seite. Die Aufführungen sind eingebunden in einen Kammermusikabend, der sich verlorener und wenig bekannter Musik der 20er- bis 40er-Jahre widmen wird.

Die Kunst an sich ist der Ausdruck gesteigerter menschlicher Sehnsucht, das Kunstwerk als solches die Explosion eines gesteigerten Empfindens. Absolute Kunst ist Revolution. Erwin Schulhoff