Stand: 07.12.2013 21:00 Uhr

"Xaver": Sturmflut verläuft glimpflich

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Nach Xaver ein fast normaler Morgen: Der Pegel am Hamburger Hafen stand bei knapp 1,50 Meter.

Nach den Sturmfluten der vergangenen Tage hat sich die Lage an der Elbe in Hamburg am Sonnabend entspannt. Die Morgenflut erreichte am Pegel St. Pauli nur noch 1,48 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagte. Damit habe sich "alles wieder normalisiert".

"Xaver" bringt Schnee und glatte Straßen

Allerdings sorgte der Schnee, den das Orkantief "Xaver" mitgebracht hat, für Straßenglätte in der Hansestadt. Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) war am Sonnabendvormittag mit mehr als 900 Mitarbeitern und 350 Streu- und Räumfahrzeugen im Einsatz.

Bahnen und Flüge fast wieder normal

Auch die Bahn hat ihre Strecken weitgehend wieder freigegeben. Die Strecke zwischen Hamburg und Neumünster musste am Sonnabend erneut gesperrt werden, nachdem ein Bagger die Oberleitung beschädigt hatte. Betroffen war der Fern- und Regionalverkehr Hamburg - Kiel und Hamburg - Flensburg. . Die Reparatur dauerte den ganzen Tag an, erst am Abend konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Am Hamburger Flughafen fiel am Sonnabend noch ein Flug nach Kopenhagen aus, ansonsten läuft der Betrieb wieder normal. Mehrere Flüge von und nach London und Dublin fanden nicht statt - allerdings lag das an technischen Problemen in der britischen Flugsicherungszentrale.

Zweithöchste Sturmflut der Geschichte

Die Sturmflut am Freitagabend war die dritte, die der Orkan "Xaver" verursachte. 5,10 Meter über Normalnull (NN) erreichte das Hafenwasser am Pegel St. Pauli - das war reichlich, verglichen allerdings mit den Bildern zwölf Stunden zuvor fast schon Routine: Da hatte die Stadt die zweithöchste Sturmflut ihrer Geschichte erlebt. Nur 1976 war die Flut noch stärker aufgelaufen. Der Scheitel am Freitagmorgen lag gegen 6.15 Uhr bei 6,09 Meter über NN, fast vier Meter über dem mittleren Hochwasser.

Keine größeren Schäden durch Wassermassen

Der Fischmarkt, die Speicherstadt und Teile der Hafencity sowie die Gebiete am Falkensteiner Ufer, am Strandweg in Blankenese und am Anleger Teufelsbrück standen zum Teil meterhoch unter Wasser. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht. "Wir sind froh, dass es so ausgegangen ist. Unsere Deiche in Hamburg haben diese Sturmflut sicher bewältigt", sagte ein Sprecher der Innenbehörde. Bei der verheerenden Sturmflut in Hamburg 1962 waren die Pegel auf 5,70 Meter über NN gestiegen. Die Deiche in Hamburg wurden aber nach der Naturkatastrophe ausgebaut, sie sind jetzt mindestens 7,60 Meter hoch und deutlich stabiler.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 07.12.2013 | 16:00 Uhr