Stand: 23.08.2017 06:53 Uhr

Wird Schlick bald auf hoher See verklappt?

Hamburg könnte den Schlick aus dem Hafen in Zukunft weit entfernt von der Küste verklappen. In der Sendung "Treffpunkt Hamburg" bei NDR 90,3 sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos), dass die Stadt diese Möglichkeit untersuche.

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch bei NDR 90,3 © NDR Fotograf: Petra Markgraf

Treffpunkt Hamburg: Wohin steuert der Hafen?

NDR 90,3 - Treffpunkt Hamburg -

Der Hafenumschlag stagniert, die Elbvertiefung lässt auf sich warten. Wirtschaftssenator Frank Horch beantwortet Fragen zur Zukunft des Hamburger Hafens.

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Noch habe kein einziges Schiff den Hamburger Hafen wegen des Schlicks nicht anlaufen können, sagte Horch. Er widersprach damit dem Unternehmensverband Hafen Hamburg. Falls nötig würden Baggerschiffe kurzfristig anrücken: "Da sind wir in größter Intensität dabei, zusammen mit den Terminalbetreibern eine Lösung herbeizuführen."

Offene See rückt in den Fokus

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Saugbagger bringen Schlick aus dem Hamburger Hafen zurzeit bis kurz vor Helgoland in die Nordsee.

Weil im Sommer kein Schlick in der Elbe verklappt werden darf, müssen die Baggerschiffe derzeit bis kurz vor Helgoland fahren. Aber auch die Schlickmenge, die Hamburg in der Nordsee vor Schleswig-Holstein verklappen darf, ist begrenzt. Deshalb rückt jetzt die offene See in den Fokus. Horch: "Auf längere Sicht sehe ich darin eine gute Erweiterungsmöglichkeit mit dem Thema Sedimente fertig zu werden."

Bund und Anrainer müssen zustimmen

Allerdings könne Hamburg das nicht alleine entscheiden, so Horch: "Dazu brauchen wir die Partnerschaft des Bundes und der Anrainerländer." Im vergangenen Jahr gab Hamburg rund 100 Millionen Euro für die Entsorgung seines Hafenschlicks aus. In diesem Jahr rechnet die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority mit ähnlichen Kosten.

BUND kritisiert Pläne

Auch CDU und FDP in Hamburg hatten sich dafür ausgesprochen, den Hafenschlick auf hoher See zu verklappen. Kritik kommt dagegen von der Umweltschutzorganisation BUND. Das Baggergut würde die schon angeschlagene Meeresumwelt zusätzlich belasten. Die Parteien verfolgten eine kurzsichtige Politik gemäß dem Motto "Nach mir die Sintflut".

Horch gegen Naturschutzgebiet an der Elbmündung

Ein geplantes Naturschutzgebiet in der Elbmündung lehnt Horch ab. Niedersachsen will ein neues Schutzgebiet ausweisen - nachdem die EU-Kommission die Landesregierung in Hannover entsprechend ermahnt hatte. Horch sagte NDR 90,3, ein solches Naturschutzgebiet in der Elbmündung gefährde die Entwicklung des Hamburger Hafens. Für die Schifffahrt müsse darauf geachtet werden "dass wir uns selber nicht im Wege stehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 22.08.2017 | 20:00 Uhr

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