Stand: 10.08.2015 14:46 Uhr

Walfang-Streit: Tierschützer kontra TUI Cruises

Auf den Färöer-Inseln werden nach wie vor Grindwale gejagt. Tierschützer protestieren dagegen.

Tierschützer rufen wegen des Walfangs auf den Färöer-Inseln zum Boykott der Hamburger Kreuzfahrtreeredei TUI Cruises auf. Schiffe des Unternehmens laufen trotz Protesten weiterhin die zu Dänemark gehördenden Inseln an.

Jagd auf Grindwale

Seit Anfang Juni sind auf den Färöer-Inseln bereits mehr als 400 Grindwale geschlachtet worden. Etwa 140 davon im Hafen von Torshavn - dort, wo auch die Schiffe von TUI Cruises festmachen. Trotz internationaler Proteste halten die Bewohner der Inselgruppe im Nordatlantik am Walfang fest. Seit Juni sind Einheimische und Besucher durch eine Gesetzesverschärfung verpflichtet, den Behörden zu melden, wenn sie Wale entdecken, damit diese gejagt werden können. Wer dem nicht folgt, muss mit einer Geldstrafe oder sogar Haft rechnen.

Andere Kreuzfahrtreedereien meiden Färöer-Inseln

Die Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises hat daraufhin angekündigt, bis auf weiteres die Färöer-Inseln nicht mehr anzulaufen. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten hat nach Angaben des Deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) die Inselgruppe weitgehend aus den Reiseplänen gestrichen. Lediglich TUI Cruises hält zunächst an den Färöer-Inseln als Reiseziel fest. Das Unternehmen missbilligt nach Angaben eines Sprechers ausdrücklich den Walfang, will seine Passagiere an Bord allerdings aufklären über die Hintergründe. Ab 2017 will auch TUI Cruises alternative Routen prüfen. Das WDSF begrüßte die Reaktionen von AIDA Cruises und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, kritisierte jedoch TUI Cruises deutlich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.08.2015 | 15:00 Uhr