Stand: 12.07.2017 16:55 Uhr

Vergewaltigung in Harburg: Fall neu aufgerollt

Der Fall der brutalen Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Harburg wird neu aufgerollt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig entschied am Mittwoch, dass der Fall erneut vor dem Landgericht Hamburg verhandelt werden muss. Das Hamburger Landgericht hatte im Oktober 2016 den 21-jährigen Haupttäter zu vier Jahren Haft verurteilt, vier Jugendliche bekamen Bewährungsstrafen. Dagegen gingen sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft in Revision. Der BGH verwarf die Revision der Angeklagten und stellte fest, dass mehrere Straftatbestände nicht geprüft worden waren. Damit muss das bisherige Strafmaß nun in Hamburg erneut ermittelt werden.

Einer der Angeklagten mit seinen Anwälten (Archivbild).

Vergewaltigung in Harburg: BGH hebt Urteil auf

Hamburg Journal 18.00 -

Der Prozess um die brutale Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Harburg wird in eine neue Runde gehen. Die Staatsanwaltschaft hofft auf höhere Strafen für die jugendlichen Täter.

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Staatsanwaltschaft will härtere Strafen

Die Staatsanwaltschaft hofft, auch die jugendlichen Täter ins Gefängnis zu bringen. Das Landgericht hatte sie nur wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person verurteilt. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft hätten sie aber auch dafür bestraft werden müssen, dass sie das Mädchen bei eisigen Temperaturen im Hof liegen ließen. Zahlreiche Hamburger hatten das Urteil des Landgerichts als zu milde kritisiert.

Auch Bundesanwalt Hartmut Schneider bezeichnete das Urteil der Hamburger Richter in der mündlichen Verhandlung als zu milde. "Schuldschwere und Strafzumessung müssen zusammenpassen", sagte er. Dies sei jedoch bisher nicht gegeben. Die Beschuldigten hätten das Mädchen schwer geschunden und so gezeigt, wie verroht sie seien.

Das Opfer wünscht sich laut seiner Anwältin ebenfalls, dass ihre Peiniger härtere Strafen erhielten. Gleichzeitig wolle sie keine neue Verhandlung, da sie das damit verbundene Interesse der Medien fürchte.

Neu prüfen: Jugendpornografie und Aussetzung

Das Landgericht Hamburg muss nach der Entscheidung des BGH nun erneut prüfen, ob die Täter sich des Straftatbestandes der Aussetzung schuldig gemacht haben, indem sie das Mädchen allein zurückließen. Zudem ist die Frage zu klären, ob die Beteiligten sich durch die Filmaufnahmen der Tat jugendpornographisches Material beschafft haben. Beides könnte zu höheren Strafen für die Beschuldigten führen.

Missbrauchtes Mädchen bei Eiseskälte in Hinterhof gelegt

Vier der Angeklagten hatten das Mädchen nach Überzeugung des Gerichts in der Nacht zum 11. Februar zuerst betrunken gemacht und dann in einer Wohnung in der Bornemannstraße in Harburg sexuell missbraucht. Eine 15-Jährige filmte die Tat mit ihrem Handy. Nach der Vergewaltigung sollen drei der Angeklagten die 14-Jährige, die leicht bekleidet und besinnungslos war, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einem Hinterhof zurückgelassen haben. Als die 14-Jährige gefunden wurde, war sie stark unterkühlt und musste auf die Intensivstation gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst auch wegen versuchten Mordes ermittelt.

Weitere Informationen

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Im Februar ist eine 14-Jährige in Harburg betrunken gemacht und brutal vergewaltigt worden. Das Hamburger Landgericht verurteilte die Täter zu Haftstrafen - fast alle auf Bewährung. (20.10.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.07.2017 | 17:00 Uhr

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