Stand: 05.08.2017 15:12 Uhr

Ukraine ermittelt gegen Scooter

Der in Hamburg lebende H.P. Baxxter stand am Freitagabend auf der Halbinsel Krim auf der Bühne.

Sie ist eine der bekanntesten deutschen Techno-Bands: Scooter mit ihrem Frontsänger H.P. Baxxter, der in Hamburg-Duvenstedt lebt. Jetzt ermitteln die ukrainischen Behörden gegen die Gruppe wegen eines Auftritts auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim. Deutschland werde gebeten, bei einer Befragung der Band Rechtshilfe zu leisten, berichtete die Agentur Unian unter Berufung auf die ukrainische Staatsanwaltschaft der Krim.

Wegen illegaler Einreise droht hohe Haftstrafe

Für das Vergehen drohen demnach bis zu acht Jahre Haft. Die illegale Einreise auf die 2014 von Russland annektierte Krim sei "ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", sagte der ukrainische Botschafter Andrej Melnyk der Funke-Mediengruppe. Er bestätigte, ein Strafverfahren sei eingeleitet worden. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird."

Für Ukraine eine Grenzverletzung

Die Ukraine betrachtet Reisen auf die Krim über Russland, wie die Band Scooter es getan hatte, als Verletzung ihrer Grenzen. Zudem lässt sie Künstler nicht einreisen, die seit 2014 auf der Krim aufgetreten sind. Beim Eurovision Song Contest in Kiew im Mai durfte deswegen die russischen Kandidatin Julia Samoylowa nicht einreisen. Daraufhin hatte sich Russland vom Wettbewerb zurückgezogen.

Scooter war Headliner bei Musikfestival nahe Sewastopol

Scooter war am Freitagabend als Headliner bei dem beliebten Musikfestival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol aufgetreten. Die Fans hätten die Band ausgelassen gefeiert, meldete die Agentur Ria Nowosti am Samstag. Demnach verabschiedete sich Frontmann H.P. Baxxter vom Publikum mit den Worten: "Spasibo, Crimea! See you next time" (Danke, Krim! Bis zum nächsten Mal). Die Veranstalter hatten zu dem Festival rund 30.000 Zuschauer erwartet.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.08.2017 | 15:00 Uhr

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