Stand: 16.12.2015 17:07 Uhr

Überschwemmungsgebiet Berner Au wird kleiner

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Am Bach Berner Au hat die Umweltbehörde ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Von den betroffenen Anwohnern hagelt es Proteste.

Nach massiven Protesten der Anwohner wird das umstrittene Überschwemmungsgebiet entlang der Berner Au verkleinert. Entlang des Baches im Hamburger Stadtteil Sasel gelten damit statt 115 nun nur noch 77 Häuser als überschwemmungsgefährdet. Ihre Besitzer brauchen künftig eine Sondererlaubnis, wenn sie anbauen, oder größere Bäume und Sträucher pflanzen wollen. Viele andere Dinge seien aber nach wie vor möglich, sagte Umweltstaatsrat Michael Pollmann: "Sie dürfen weiterhin die Gartenschaukel aufstellen, sie dürfen weiterhin eine Terrasse anlegen, sie dürfen weiterhin einen Carport anlegen. Das sind alles Sachen, die auch weiterhin ohne Genehmigung möglich sind."

Anwohner befürchten Wertverlust ihrer Grundstücke

Die Saseler Bürgerinitiative ist dennoch unzufrieden. Hausbesitzer dürften zum Beispiel ihren Heizöltank nicht volltanken, sagte Sprecher Thomas Müller NDR 90,3. Das habe zur Folge, dass man ausgerechnet dann nachtanken müsse, wenn der Ölpreis am höchsten ist - nämlich im Winter. Und bei vielen Anwohnern bleibt die Sorge, dass ihr Grundstück an Wert verliert. Der Staatsrat mahnt zur Gelassenheit: "Liebe Leute, guckt euch doch mal an, dass es einige Überschwemmungsgebiete schon seit Jahrzehnten gibt, bei denen ist keine Entwertung zu verzeichnen."

Die Umweltbehörde hatte im vergangenen Jahr entlang von Bächen und kleineren Flüssen elf neue Überschwemmungsgebiete ausgewiesen. Mehr als 400 Anwohner beschwerten sich. Deshalb überarbeitet die Behörde ihre Pläne jetzt mit einem genaueren Rechenmodell.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 16.12.2015 | 18:00 Uhr