Stand: 09.08.2015 16:18 Uhr

Streit über Flächen für Flüchtlinge

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Karin Prien übt Kritik an der Umweltbehörde.

Die Hamburger Umweltbehörde hat auf Vorwürfe reagiert, sie würde die Nutzung von Arealen für Flüchtlingslager blockieren. "Anders als behauptet, wurde von der aktuellen Liste zur Suche nach Großflächen für Flüchtlingsunterkünfte keine einzige Fläche von der Umweltbehörde abgelehnt", sagte Staatsrat Michael Pollmann Medienberichten zufolge. Viele Vorschläge seien vielmehr aus dem Amt gekommen. Die Kritik war von der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien gekommen. Der rot-grüne Senat müsse sich fragen, ob die Prioritäten stimmten, "wenn Grünflächen in Wohngebieten mit Zeltunterkünften belegt, aber ökologische Ausgleichsflächen kategorisch ausgeschlossen werden", hatte Prien dem "Hamburger Abendblatt" gegenüber geäußert.

Ökologische Bedenken zurückstellen

Pollmann entgegnete, es sei angesichts der angespannten Unterbringungssituation klar, dass ökologische Bedenken zurückgestellt werden müssten. Der Begriff ökologische Ausgleichsfläche beziehe sich auf Aufwertungen nach einem Eingriff in die Natur. Bei der aktuellen Flächensuche sei dies kein Thema. Derzeit würden außerdem Landschaftsschutzgebiete und Ackerflächen auf ihre Eignung geprüft. Einige Flächen sind Pollmann zufolge zwar grundsätzlich geeignet, aber nicht sofort. Es gebe keine Zufahrten, es existierten keine Versorgungsleitungen oder der Boden würde nicht tragen und müsse noch verdichtet werden. Auch mögliche Altlasten spielten eine Rolle.

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