Stand: 18.11.2015 19:44 Uhr

Richtfest "auf Hamburgs schönster Baustelle"

Die Trauer über den Abriss des alten Clubhauses weicht beim Hamburger und Germania Ruderclub immer mehr der Vorfreude auf die neue Heimat. Der älteste deutsche Ruderclub feierte am Mittwoch Richtfest seines Clubhauses an der Außenalster. Der Vorsitzende Dirk Wengler begrüßte die etwa 200 Gäste "auf der schönsten Baustelle Hamburgs".

Germania Ruderclub feiert Clubhaus-Richtfest

Das weithin sichtbare alte gelbe Bootshaus des Clubs nahe der Kennedybrücke ist bereits seit mehr als einem halben Jahr Geschichte. Das etwa 114 Jahre alte Gebäude wurde im Februar und März abgerissen, anschließend die Alstersohle auf dem Grundstück gereinigt. Danach starteten die Arbeiten für den Neubau.

"Ein neues Schmuckstück an der Alster"

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Club-Vorsitzender Wengler (r.), Zimmerer-Meister Peters (r.) und Bezirkschef Sevecke freuen sich auf ein "Schmuckstück an der Alster".

"Hier entsteht ein neues Schmuckstück an der Alster. Es ist eine tolle Mischung aus Tradition und Moderne. Wir bekommen ein Stück Hamburg zurück", sagte Thorsten Sevecke (SPD), Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel, beim Richtfest. Er betonte, dass die Stadt zwar den Bau finanziell unterstütze, der Eigenanteil durch viele Spenden der Mitglieder aber sehr hoch sei.

Arbeiten im Zeit- und Kostenplan

"Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan - und auch im vorgesehenen Kostenrahmen. Wir sind bisher von negativen Überraschungen verschont geblieben", sagte Michael Seufert, Pressesprecher des Clubs, NDR.de. Bis zur Fertigstellung des etwa vier Millionen Euro teuren Neubaus könnten die Mitglieder mit ihren Booten zu benachbarten Vereinen ausweichen. Seufert: "Die Unterstützung der Nachbarclubs ist toll, darüber sind wir sehr dankbar."

Fertigstellung im Frühsommer geplant

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So soll das neue Bootshaus des Clubs an der Außenalster aussehen.

Im Frühsommer 2016 wollen die Ruderer in das neue Bootshaus einziehen - pünktlich zur neuen Saison. Die ursprünglich geplante Sanierung des alten Clubhauses musste verworfen werden, weil zahlreiche im Alsterwasser stehende Pfeiler verrottet und die Stahlkonstruktionen durchgerostet waren. Eine Sanierung wäre fast genauso teuer geworden wie der Neubau. Das neue Gebäude wird zweigeschossig auf Betonpfählen errichtet und 1.600 Quadratmeter groß sein - rund 250 Quadratmeter größer als das alte Haus.

Im Erdgeschoss entstehen vier Bootshallen, Umkleideräume und ein Fitnessraum. Im Obergeschoss wird die Clubverwaltung untergebracht. Zudem werden Gesellschaftsräume für Veranstaltungen und Feste entstehen. Sevecke wünschte den Mitgliedern dann auch nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch "geile Feiern".

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