Stand: 04.02.2016 19:12 Uhr

Prozess gegen rabiate Rentnerin

Wegen einer Rangelei mit Polizisten muss sich eine 78 Jahre alte Autofahrerin seit Donnerstag vor dem Hamburger Amtsgericht verantworten. Die Angeklagte soll sich nach einem Unfall im August 2015 eine Auseinandersetzung mit den Beamten geliefert haben. Dabei verhielt sie sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft so aggressiv, dass mehrere Polizisten sie zu Boden bringen und fixieren mussten.

Anderes Auto beim Ausparken gerammt

Die Frau hatte beim Ausparken aus einer Parklücke in der Buchenallee im Stadtteil Lokstedt mit ihrem Wagen ein anderes Auto beschädigt. "Eine Bagatelle", sagte sie dazu. Der 73-jährige Besitzer des Wagens sah das anders. Er versuchte die Angeklagte aufzuhalten und rief die Polizei. Laut Staatsanwaltschaft fuhr die 78-Jährige auf den Mann zu und touchierte ihn am Bein. Dem Mann gelang es jedoch, der Frau den Zündschlüssel wegzunehmen.

Gerangel um Handtasche mit Führerschein

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Die angeklagte 78-Jährige und ihre Schwester haben sich nach einem Unfall mit Polizisten angelegt.

Als die Polizei eintraf, übergab die 78-Jährige ihre Handtasche mit dem Führerschein an ihre Beifahrerin - ihre 75-jährige Schwester. Beide Frauen wollten den Angaben zufolge verhindern, dass die Tasche in die Hände der Ordnungshüter fiel und verwickelten die Beamten in ein Handgemenge. Bei dem Gerangel um die Handtasche mit dem Führerschein soll eine Polizistin sogar ins Gesicht geschlagen worden sein. Danach drückten die Beamten die beiden Frauen zu Boden und fesselten sie.

Die Anklage lautet auf Unfallflucht, Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Urteil will das Gericht am 18. Februar sprechen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.02.2016 | 17:00 Uhr