Stand: 04.08.2017 17:25 Uhr

Polizei wollte Messerangreifer als Informanten

Das Hamburger Landeskriminalamt soll versucht haben, den Messerstecher von Barmbek vor seiner Tat als Informanten anzuwerben. Der Versuch sei jedoch gescheitert, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Demnach wussten die Sicherheitsbehörden mehr über den Attentäter als bekannt.

Täter war zur "Grenzfahndung" ausgeschrieben

So soll der mutmaßliche Täter sich unter anderem nach dem besten Weg in Richtung Syrien erkundigt haben. Er wollte sich womöglich dem "Islamischen Staat" anschließen. Bereits im vergangenen September soll der Hamburger Verfassungsschutz mit einem Hinweisgeber darüber gesprochen haben. Die Behörde ließ den 26-Jährigen danach bei der Bundespolizei zur Grenzfahndung ausschreiben. Wenig später sei er in einem Flüchtlingscafé mit einem langen Gewand aufgetaucht und soll gedroht haben: "Der Terror wird auch hierher kommen".

Angeblich Spuren von Cannabis im Blut

Ehemalige Freunde berichteten, dass der 26-Jährige launisch und unstet war. Mal beschimpfte er Muslime, sie würden die Regeln des Islam nicht befolgen, mal trank er Alkohol und kiffte. Die Ermittler stellten nach Angaben des "Spiegel" Spuren von Cannabis im Blut des Barmbeker Messerstechers fest. Die Hamburger Polizei äußerte sich dazu am Freitag nicht. Die Ermittlungen zum Fall des 26-Jährigen leitet die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die weiteren Hinweise auf eine Radikalisierung wollt der Hamburger Verfassungsschutz nicht kommentieren.

Laut Polizeipräsident war Attacke nicht vorhersehbar

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hatte am Donnerstag erklärt: Bei dem 26-Jährigen sei nicht vorhersehbar gewesen, dass er plötzlich auf Menschen einstechen würde. Es habe mehrfach Kontakt zu dem Palästinenser gegeben, dieser habe sich zeitweise auch als Dolmetscher angeboten, sagte Meyer im Gespräch mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal.

Thema im Innenausschuss am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch soll es im Innenausschuss weitere Informationen zu dem Fall geben. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) versprach im Interview mit NDR 90,3 unterdessen eine komplette Aufarbeitung des Falles.

Messerattacke im Supermarkt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.08.2017 | 16:00 Uhr

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