Stand: 30.05.2017 20:13 Uhr

"Pflegen & Wohnen" wechselt wohl den Besitzer

Hamburgs größter privater Pflegeheimbetreiber "Pflegen & Wohnen" wechselt wahrscheinlich den Eigentümer. Nach Informationen von NDR 90,3 laufen bereits die Verkaufsgespräche. Es gibt Gerüchte, dass ein Investor Interesse an den Standorten hat. Die ehemals städtischen Pflegeheime waren im Januar 2007 unter dem damaligen CDU-Senat für 65 Millionen Euro an "Vitanas Hamburg GmbH" verkauft worden. Zehn Jahre lang durften sie laut Privatisierungsvertrag nicht weiterverkauft werden, diese Frist ist jetzt abgelaufen.

Zwei Personen sitzen vor einem Pflegeheim

"Pflegen & Wohnen" steht vor dem Verkauf

Hamburg Journal -

2007 wurde die ehemals städtische "Pflegen & Wohnen"-Gruppe privatisiert. Jetzt soll Hamburgs größter privater Pflegeheim-Betreiber offenbar erneut den Eigentümer wechseln.

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Gesundheitssenatorin verärgert

Der geplante Verkauf der Pflegeheime schlägt nun hohe Wellen in der Stadt. Die Gewerkschaft ver.di befürchtet, dass der künftige Eigentümer die Tarifverträge kündigen könnte. Und Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagte, dass Pflegeheime keine Spekulationsobjekte für Investoren sein dürften. Verhindern ließe sich der Verkauf aber nicht.

Gleichzeitig betonte die Senatorin, dass auch der neue Eigentümer noch zehn Jahre lang die 13 Standorte weiter betreiben müsse. Dass der Weiterverkauf nach nur zehn Jahren - also zum frühestmöglichen Zeitpunkt - erfolgen soll, bestätige aber erneut, dass der damalige Verkauf ein schlechtes Geschäft für Hamburg und seine Bürger war, kritisierte die SPD-Fraktion.

Grüne und Linke wollen Schaden begrenzen

Die Grünen wollen jetzt die Bebauungspläne ändern, damit eben diese 13 Standorte auch langfristig gesichert werden. "Wir werden dafür sorgen, dass auch langfristig die Grundstücke ausschließlich für Alten- und Pflegeeinrichtungen genutzt werden dürfen, indem wir sie als Gemeinbedarfsfläche ausweisen", kündigte die Grünen-Bürgerschaftsfraktion an. Die Linke-Fraktion forderte den rot-grünen Senat auf, "die katastrophalen Fehler des damaligen CDU-Senats wieder gut zu machen" und einen Rückkauf anzustreben. Dadurch könne eine hochwertige Pflege und eine tarifliche Bezahlung von Beschäftigten langfristig sichergestellt werden.

Eigentümer wiegelt ab

In den Heimen leben derzeit rund 2.500 Bewohner, die durch etwa 1.700 Beschäftigte betreut werden. Bereits vor sieben Jahren hatten Verbände und Oppositionsparteien den Komplettverkauf kritisiert und den Einstieg eines freigemeinnützigen Trägers gefordert. Sie befürchteten einen Ausverkauf des Pflegebereichs aus wirtschaftlichen Motiven.

Unter einer möglichen neuen Eigentümerschaft werde das Unternehmen an mindestens 13 Hamburger Standorten präsent bleiben, teilten die bisherigen Eigentümer unterdessen mit. Zudem sei ein Ausbau des Pflege- und Betreuungsangebots geplant sowie Investitionen in Mitarbeiterwohnungen. Der vorläufige Umsatz des Unternehmens 2016 lag bei rund 132 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.05.2017 | 19:00 Uhr

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