Stand: 03.03.2017 14:10 Uhr

Olympiastützpunkt: Jugendlicher misshandelt?

Im Internat des Olympiastützpunktes Hamburg sollen zwei jugendliche Sportler einen 14-jährigen Mitschüler geschlagen, misshandelt und gedemütigt haben. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte der Olympiastützpunkt am Donnerstag. Gegen die mutmaßlichen Täter wird nun wegen Körperverletzung ermittelt.

Ein mehrstöckiges Gebäude in Hamburg

14-Jähriger an Olympiastützpunkt misshandelt

Hamburg Journal -

Über Monate hinweg soll ein 14-Jähriger vor rund einem Jahr im Sportinternat des Hamburger Olympiastützpunktes von zwei älteren Nachwuchssportlern gequält worden sein.

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Mutter stellte Strafanzeige

Stützpunkt-Leiterin Ingrid Unkelbach erklärte im Gespräch mit NDR 90,3, die Erzieher am Internat des Sportzentrums hätten im Januar 2016 den Fall aufgedeckt. Die beiden mutmaßlichen Täter, ein 19-jähriger Badminton-Spieler und ein 18-jähriger Schwimmer, seien sofort vom Internat suspendiert worden. Die Mutter des 14-jährigen Opfers habe Strafanzeige gestellt.

Schläge und Demütigungen

Die beschuldigten Jugendlichen sollen das Opfer geschlagen und über längere Zeit gedemütigt haben. Außerdem hätten sie das Zimmer des Mitschülers verwüstet und ihn mit Alkohol abgefüllt. "Was in Hamburg passiert sein soll, ist natürlich schrecklich und inakzeptabel. Aber wir können uns zu den Vorfällen im laufenden Ermittlungsverfahren nicht weiter äußern", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Symbolbild Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein © NDR.de Fotograf: Hanno Bode

Misshandlungsvorwürfe im Sport-Internat

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Im Internat des Hamburger Olympiastützpunktes soll ein junger Sportler von zwei Mitschülern über längere Zeit geschlagen und gedemütigt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Mutmaßlicher Täter darf weiter trainieren

Das Opfer lebt und trainiert weiter am Olympiastützpunkt in Hamburg-Dulsberg. Auch einer der mutmaßlichen Täter ist dort weiter als Schwimmer aktiv, wohnt allerdings nicht mehr im Internat und darf sich dem Opfer nicht nähern. "Darauf hat der Olympiastützpunkt selbst keinen Einfluss", sagte die Leiterin des Sportzentrums. Für die Trainingsgruppe sei der Deutsche Schwimmverband zuständig, und der habe den Beschuldigten nicht suspendiert.

Anwalt spricht von "Jungen-Spaß"

Der beschuldigte Badminton-Spieler ist nach Angabe der Stützpunktleiterin nach Saarbrücken gewechselt. Er wurde für ein halbes Jahr gesperrt. Der Vater des 19-Jährigen erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal "shz.de", dass sein Sohn unschuldig sei. Der Anwalt des 19-Jährigen sprach von einem "Jungen-Spaß". Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft dem mehrfachen deutschen Meister im Badminton Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung vor und hat deshalb vor dem Amtsgericht Neumünster Anklage erhoben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.03.2017 | 07:30 Uhr

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