Stand: 07.09.2017 19:46 Uhr

Niedrige Renten: DGB warnt vor Altersarmut

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Vor allem Frauen sind nach Ansicht des DGB von Altersarmut bedroht.(Archivfoto)

Ohne deutliche Veränderungen im Rentensystem sieht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in den nächsten Jahren viele Menschen von Altersarmut bedroht. Vor allem Frauen seien betroffen, sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger am Donnerstag bei der Präsentation des Rentenreports für die Hansestadt.

Dreiviertel der Frauen mit Minijobs oder in Teilzeit

In Hamburg arbeiteten 70 bis 75 Prozent der Frauen in Teilzeit oder hätten Minijobs. Entsprechend wenig zahlten sie in die Rentenkasse ein und bekämen dann letztlich auch nur eine Rente, die oft nicht zum Leben reiche. So erwerbe etwa, wer 45 Jahre bei einem Arbeitgeber Minijobs erledige, einen Rentenanspruch von nur 164 Euro. Insgesamt lag die Durchschnittsrente den Angaben zufolge im Jahr 2015 für Männer in Hamburg bei monatlich 1.118 Euro, bei Frauen waren es 710 Euro. Die Tendenz sei fallend, so der DGB. Denn jene, die zu diesem Zeitpunkt erstmals Rentenzahlungen erhielten, hätten im Schnitt nur noch 985 beziehungsweise 700 Euro ausbezahlt bekommen.

DGB: Späteres Renteneintrittsalter bedeutet für viele Rentenkürzung

"Wir stellen fest, dass das Renteneintrittsalter in Hamburg 2015 bei 64,9 Jahren bei Frauen liegt, bei Männern bei 64,2", sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. Im Vergleich zum Jahr 2000 arbeiteten die Menschen damit im Schnitt bereits rund vier Jahre länger. Aus Sicht des DGB bedeutet die Einführung der Rente mit 67 für viele eine Rentenkürzung, wenn sie früher aus dem Berufsleben ausscheiden, zumal parallel dazu bis 2030 das Rentenniveau von derzeit 48 auf 43 Prozent sinke. Für Polkaehn steht bereits jetzt fest: Sollte das so bleiben, "wird es immer mehr Ältere geben, die in Altersarmut landen".

Forderung: Rentenniveau soll nicht weiter absinken

Nach Überzeugung des DGB soll das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent gehalten werden - 1980 lag es noch bei 57,6 Prozent. Selbstständige und Beamte sollten mittelfristig als Beitragszahler einbezogen und die Beitragssätze zur Rentenversicherung selbst "überschaubar" erhöht werden. Arbeitgeber sollten darüber hinaus über den Gesundheitsschutz dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter im Job überhaupt an das gesetzliche Rentenalter herankommen können.

Bald 21 Prozent Rentner in Hamburg

Nach Angaben des Statistikamts Nord steigt die Zahl der Rentner in der Hansestadt immer weiter. So werde der Anteil der über 65-Jährigen in Hamburg zwischen 2020 und 2030 auf rund 21 Prozent wachsen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.09.2017 | 16:00 Uhr

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