Stand: 04.03.2016 15:21 Uhr

Neugraben-Fischbek: Deutlich weniger Flüchtlinge

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Von den geplanten drei Baufeldern werden nur zwei bebaut.

In Neugraben-Fischbek ist der Protest der Anwohner gegen die geplante Großunterkunft für Flüchtlinge erfolgreich gewesen: Die Stadt Hamburg plant nun, in der Folgeunterkunft "Am Ascheland II" nur noch halb so viele Flüchtlinge unterzubringen - also 1.500 statt 3.000, wie NDR 90,3 berichtete. Die zentrale Erstaufnahme in einem benachbarten Baumarkt mit bis zu 720 Bewohnern sowie die Unterkunft "Am Aschenland I" mit 450 Plätzen sollen aber bleiben.

"Wenn es kleiner wird, geht es besser"

Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) zeigte sich zufrieden. "Alle in der Stadt sind überzeugt: Wenn die Einrichtung kleiner wird, geht es besser", sagte er am Freitag. Davon habe er auch den Zentralen Koordinierungsstab für Flüchtlinge überzeugt. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hatte sich ebenfalls bereits für eine Verkleinerung der Unterkunft eingesetzt.

Noch ist die Ausschreibung für den Bau und Betrieb nicht fertig - jetzt kann neu geplant werden. Im ersten Abschnitt sollen nun 700 Plätze, im zweiten 800 entstehen. Auf den dritten Bauabschnitt wird ganz verzichtet. Bestehen bleiben auch die zwei benachbarten Unterkünfte mit 500 und die Erstaufnahme mit 400 Plätzen. "Es bleibt die Herausforderung einer guten Integration", sagte Völsch.

Initiative erfreut, Harburger CDU verärgert

Der Sprecher der Initiative, Sven Blum, bezeichnete die Entscheidung als richtigen und wichtigen Schritt. Auch Pastor Gerd Janke von der Cornelisukirche, einer der Initiatoren der Willkommensinitiative, begrüßte die Halbierung. Das sei erfreulich für den Stadtteil, so Janke. Noch ist die Diskussion über die endgültige Größe der Unterkunft nicht beendet: Wie NDR 90,3 berichtete, reagierten Vertreter der Harburger CDU verärgert auf die Entscheidung. Es wäre eine weitere Reduzierung der Flüchtlingszahlen für den Stadtteil möglich gewesen, wenn der Bezirksamtsleiter noch weiter verhandelt hätte, sagte der Bezirksfraktionsvorsitzende Ralf Fischer.

Neue Flächen werden geprüft

Der Bezirk muss nun an anderer Stelle 1.500 Plätze schaffen. Geprüft werden Flächen am Rönneburger Stieg und an der Elfenwiese.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.03.2016 | 11:00 Uhr

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