Stand: 18.05.2017 17:06 Uhr

Neuer Anleger für Traditionsschiffe in Hamburg

Die Traditionsschiffe der Metropolregion Hamburg bekommen eine neue feste Anlaufstelle mitten im Hamburger Hafen. Am Bremer Kai bei den historischen 50er Schuppen errichtet die Stiftung Hamburg Maritim eine neue Pontonanlage. Sie soll etwa 200 Meter lang werden. "Mit diesem Anleger bekommen Traditionsschiffe aus der Metropolregion Hamburg eine weitere feste Anlaufstelle im Hamburger Hafen und können diese für Tagestörns oder auch über Nacht nutzen", sagte Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof bei der Vorstellung.

Stadt Hamburg trägt fast die Hälfte der Kosten

Die Kosten von 900.000 Euro teilen sich mehrere Träger. Sowohl die Hamburger Wirtschaftsbehörde als auch die Stage Entertainment GmbH sowie die Stiftung Hamburg Maritim übernehmen je 150.000 Euro. Über die Förderfonds der Metropolregion Hamburg finanzieren die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein je 122.500 Euro, Hamburg 250.000 Euro. Die Initiatoren hoffen, dass der Ponton Ende des Jahres in Betrieb genommen werden kann. Verschiedene Traditionsschiffe wie das Feuerschiff "Elbe 1" aus Cuxhaven und der Raddampfer "Kaiser Wilhelm" aus Lauenburg erhalten an dem neuen Ponton ein vorrangiges Anlegerecht.

Bisher verfügt Hamburg über drei Anleger: den Museumshafen Övelgönne, den Sandtorhafen in der Hafencity und den Anleger Norderelbstraße neben den Musicaltheatern. In Övelgönne und im Sandtorhafen liegen viele Schiffe auf festen Plätzen; der Ponton an den Musical-Theatern wird zurückgebaut. Die dort liegende "Schaarhörn" soll dann an den neuen Anleger wechseln.

Hamburger Traditionsschiffe in Stiftungsbesitz

Streit um Sicherheitsregeln

Die norddeutschen Traditionsschiffe fahren derzeit durch unruhige Gewässer. Sie fürchten eine neue Verordnung zu Sicherheitsrichtlinien, die derzeit zur Prüfung bei der Europäischen Union in Brüssel liegt. Diese regelt Fragen zu Sicherheitsvorkehrungen, Bau, Ausstattung, Betrieb und Besatzung von Traditionsschiffen. Im Streit um diese Regeln hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zuletzt finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt. Viele der Traditionsschiffs-Crews an Nord- und Ostsee fürchten ein Aus, wenn die umstrittenen Regeln unverändert in Kraft treten. Dann drohten teure Umbauen, um die neuen Richtlinien zu erfüllen. Die Vereine befürchten, dass sie ihre Schiffe dann stilllegen müssen, weil sie die Arbeiten nicht bezahlen können. Betroffen von den Richtlinien sind etwa 100 zugelassene Traditionsschiffe an Nord- und Ostsee, die auch Passagiere befördern dürfen.

Weitere Informationen

Nord-Minister für Erhalt der Traditionsschiffe

Die norddeutschen Verkehrsminister wollen die geplanten Sicherheitsregeln für Traditionsschiffe entschärfen. Dies fordern sie in einem Brief an Bundesverkehrsminister Dobrindt. (23.03.2017) mehr

Historische Schiffe: Sicherheit vor Tradition?

Durch schärfere Sicherheitsvorschriften könnte die Traditionsschifffahrt auch in MV in schwere See geraten, fürchten Insider. Historische Schiffe sollen so sicher wie moderne Passagierschiffe werden. (18.10.2016) mehr

Hamburgs maritimes Erbe hautnah erleben

Ob mit der ehemalige Senatsbarkasse "Schaarhörn" oder dem Hochseekutter "Landrath Küster": Die Ausfahrt mit einem Schiff der Stiftung Hamburg Maritim ist ein echtes Erlebnis. (27.07.2015) mehr

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Traditionsschiffe sind die optischen Höhepunkte bei Hafenfesten und Großseglertreffen. Eine Auswahl geschichtsträchtiger Großsegler und Dampfschiffe im Porträt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.05.2017 | 17:00 Uhr

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