Stand: 11.05.2014 19:16 Uhr

Hafengeburtstag: 800.000 trotzen Schietwetter

Der 825. Hamburger Hafengeburtstag geht als Regenfest in die Geschichte der Hansestadt ein: Bei Dauergüssen und kräftigen Böen sind statt der angepeilten eine Million Besucher nur 800.000 Gäste während der drei Veranstaltungstage in den Hafen gekommen. Das teilten die Veranstalter von Stadt und Messe Hamburg am Sonntag mit. "So viel Pech haben wir mit Regen und Wind noch nie gehabt", sagte der stellvertretende Hafenkapitän Andreas Brummermann zu NDR 90,3. In der Vergangenheit habe es allenfalls mal den ein oder anderen schlechten Tag gegeben.

Auslaufparade mit reduziertem Programm

Dieses Jahr beeinflusste das "Schietwetter" sogar die Auslaufparade: Wegen vorhergesagter starker Böen hatte der Hafenkapitän den Traditions- und Museumsschiffen empfohlen, nicht an der feierlichen Ausfahrt teilzunehmen. Viele Skipper entschieden jedoch anders und so zählte die nautische Zentrale etwa 250 Schiffe bei der Parade. Und so schlimm wie angenommen kam es dann auch nicht: Ohne Regen und sogar mit kurzen Sonnenaugenblicken konnte der Großsegler "Alexander von Humboldt II" die Schiffskolonne aus dem Hamburger Hafen führen. Den Abschluss der Parade bildete das Kreuzfahrtschiff "Deutschland".

ESC-Zugabe: Elaiza an den Landungsbrücken

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"Wir kommen wieder nach Hamburg": Elaiza bei ihrem Kurzauftritt einen Tag nach dem ESC-Finale.

Musikfans konnten sich am Abend über ein weiteres Highlight freuen: Hunderte feierten den Auftritt der aus Kopenhagen angereisten Band Elaiza. Nachdem sie am Sonnabend beim Eurovision Song Contest (ESC) den 18. Platz belegt hatten, spielten die drei Damen auf der NDR Bühne an den Landungsbrücken zwei Lieder - darunter auch ihren ESC-Hit "Is It Right". "Wir kommen noch ganz oft nach Hamburg", versprach das Trio den Fans nach dem viertelstündigen Auftritt.

Schlepperballett und Feuerwerk

Am Samstagabend hatte es ein großes Feuerwerk über der Elbe gegeben, während mehrere AIDA-Kreuzfahrtschiffe an den Landungsbrücken vorbeifuhren. Zuvor schunkelten die bis zu 5.000 PS starken Schlepper beim traditionellen Ballett bis dicht an die Landungsbrücken heran. Diese waren im Gegensatz zu früheren Jahren eher spärlich gefüllt - dem kräftigen Regen geschuldet. Schon bei der traditionellen Einlaufparade am Freitag mussten die Schaulustigen im Hafen prasselnden Regen über sich ergehen lassen.

Während der Parade der Traditions- und Museumsschiffe protestierten einige Besatzungen mit Transparenten gegen das drohende Aus ihrer historischen Schiffe. Hintergrund ist, dass die Fahrterlaubnisse vieler alter Schiffe im Juli 2015 enden und bis jetzt noch keine Lösung mit dem Bundesverkehrsministerium über zukünftige Genehmigungen gefunden wurde.

Festmeile am Hafen so lang wie nie

Für die Besucher gab es rund um die Landungsbrücken eine bunte Hafenmeile, die mit 3,5 Kilometern so lang war wie nie zuvor. Das Veranstaltungsgelände wurde dafür erstmals um Flächen in der Hafencity erweitert. Auf der Kehrwiederspitze wurde getanzt und gefeiert. Dort präsentierte sich das Partnerland Argentinien. Tango-Fans holten sich Tipps von den Weltmeistern Maximiliano Cristiani und Jésica Arfenoni und konnten Asado-Grillfleisch und Mate-Tee probieren.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2014 | 09:00 Uhr