Stand: 15.12.2016 15:01 Uhr

Magellan-Anleger offenbar doch Eigentümer der Container

von Nils Naber

In der Insolvenz des Unternehmens Magellan Maritime Services (MMS) gibt es offenbar eine neue Entwicklung. Nach einem neuen Gutachten gehören die Container doch den Anlegern und nicht zum Unternehmen MMS.

Anlegern steht Eigentum an Containern zu

Das Gutachten war von Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt, in Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss, in Auftrag gegeben worden. Autor des Gutachtens ist der Kölner Verfahrensrechtler Christoph Thole. Konkret heißt es in dem Gutachten: "Die Investoren haben das Eigentum an den ursprünglichen Containern erworben."

Container werden auf ein Schiff geladen

Anleger enteignet? Der Fall Magellan

Panorama 3 -

Die Hamburger Firma Magellan meldete Insolvenz an, doch die Container sind noch auf den Weltmeeren im Einsatz und die Reedereien zahlen Miete dafür. Doch das Geld der Anleger scheint verloren.

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Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt nimmt dazu keine Stellung. Bisher hatte der Insolvenzverwalter daran gezweifelt, "dass den Anlegern noch das Eigentum an den Containern zusteht." Rechtlich umstritten war auch, ob die Anleger Anspruch auf Containermieten haben, oder ob diese weiterhin auf einem Treuhandkonto unter Aufsicht des Insolvenzverwalters gesammelt werden. Auch zu diesem Punkt gibt das Gutachten Auskunft. Demnach steht den Anlegern die Miete zu, die vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelaufen ist.

Nach Beginn des Verfahrens haben - nach Ansicht des Gutachters - die Anleger kein "Absonderrungsrecht" für die Containermieten. Das bedeutet, die Mieten bleiben auf dem Treuhandkonto. Auch zu diesem Aspekt nimmt Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt keine Stellung.

Weitere Informationen
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Das Anlagemodell Magellan

13.12.2016 21:15 Uhr
Panorama 3

Der Anleger kauft über MMS einen Container. MMS sorgt nun dafür, dass der Container an eine Reederei vermietet wird. Die Mieteinnahmen bekommt der Anleger. Video (00:18 min)

Der Fall "Magellan"

Panorama 3 hatte am 13.12. über die Insolvenz des Unternehmens MMS berichtet. Das Geschäftsmodell des Unternehmens war darauf ausgerichtet, Anlegern Container zu verkaufen, die dann wiederum von Magellan an Reedereien vermietet wurden. Die Mieteinnahmen bekamen die Anleger. Nach einem Zeitraum von gewöhnlich fünf Jahren konnten die Anleger den gebrauchten Container wieder an Magellan zurückverkaufen. Bei diesem Anlagemodell waren Renditen von sechs Prozent möglich. Im Sommer diesen Jahres hatte Magellan Insolvenz angemeldet. Davon waren rund 8.900 Anleger betroffen. Die Forderungen gegenüber dem Unternehmen belaufen sich auf 346 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 13.12.2016 | 21:15 Uhr

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