Stand: 20.08.2015 07:38 Uhr

Flüchtlingsunterkünfte: Krätze breitet sich aus

Die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge in Hamburger Erstaufnahmestellen ist offenbar schlechter als bisher bekannt. Neben der Einrichtung in Jenfeld ist nach Informationen des NDR Fernsehens inzwischen auch in mehreren anderen Erstaufnahmestellen die Krankheit Krätze (Scabies) aufgetreten. Auch in der größten Hamburger Erstaufnahme in der Schnackenburgallee sind mehrere Menschen an Krätze erkrankt. Dort leben etwa 2.000 Flüchtlinge. Bei anderen Einrichtungen sprechen die Behörden von "Einzelfällen".

CDU-Fraktion kritisiert "katastrophale Zustände"

In der Schnackenburgallee wurden allein für Juli 19 Fälle von Krätze gemeldet. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage des Senates hervor. Ärzte berichteten sogar von noch mehr Fällen. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Karin Prien, spricht mit Blick auf die Gesundheitsversorgung von katastrophalen Zuständen: "Die medizinische Versorgung reicht hinten und vorne nicht aus. Es sind viel zu wenige Ärzte unterwegs und insofern ist die medizinische Situation in den Hamburger Erstaufnahmeeinrichtungen schlecht."

Behandlung verzögert sich seit Wochen

Prien fordert ein Notfallkonzept für den Ausbruch von solchen Krankheiten. Es sei an der Zeit, die großen Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände in die weiteren Planungen einzubeziehen. Die Behandlung der betroffenen Patienten hatte sich immer wieder verzögert, weil die nötigen Medikamente nach Auskunft der zuständigen Behörden erst importiert werden müssen.

Isolierung soll Ausbreitung verhindern

Für die Erstaufnahmestelle Jenfeld gelte eine Isolierung, so Rico Schmidt von der Gesundheitsbehörde der Stadt Hamburg, das heißt, solange die Krätze-Patienten nicht behandelt werden, dürfen sie nicht von dort in eine andere Unterkunft wechseln. Zu einer Isolierung der Erstaufnahme in der Schnackenburgallee konnte sich der städtische Betreiber fördern und wohnen auch auf mehrmalige Nachfrage nicht äußern.

Weitere Informationen

Flüchtlinge: Zeltbewohner leiden unter Regen

Feuchte Kleidung, klamme Bettwäsche: Flüchtlinge, die in Hamburger Zeltunterkünften untergebracht sind, leiden unter dem Regen. Unterdessen verzögert sich die Behandlung der Krätze-Patienten. (19.08.2015) mehr

Flüchtlinge warten auf Krätze-Behandlung

In einem Zeltdorf in Hamburg-Jenfeld warten die Flüchtlinge weiter auf die Behandlung gegen Krätze. Grund für die Verzögerung sind Probleme bei der Beschaffung des Medikaments. (13.08.2015) mehr