Stand: 24.01.2017 16:19 Uhr

Klage blockiert Westerweiterung des Hafens

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Auf diesem Areal in Waltershof soll der Hamburger Hafen erweitert werden.

Die Westerweiterung des Hamburger Hafens ist vorerst blockiert. Grund ist eine Sammelklage von Anwohnern des nördlichen Elbufers, die sich gegen den Hafenausbau wehren. Die meisten der etwa 50 Kläger wohnen an der Elbchaussee und in Övelgönne. Vertreten werden sie von der Kanzlei Mohr. Die ist auch für die Umweltverbände NABU und BUND bei deren Klage gegen die Elbvertiefung aktiv, wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete.

Kläger fürchten Lärm und zweifeln an Bedarf für Ausbau

Die Kläger wehren sich gegen den Lärm, der entsteht, wenn zwischen Waltershof und Finkenwerder eine neue Kaimauer errichtet wird. Außerdem zweifeln die Kläger daran, dass es überhaupt einen Bedarf dafür gibt, zusätzliche Liegeplätze und Umschlagskapazitäten im Hamburger Hafen zu schaffen. Unklar ist noch, ob neben den Anwohnern auch die Umweltverbände gegen das Vorhaben vor Gericht ziehen werden.

Ein Karte zeigt die geplante Vergrößerung der Eurogate im Hamburg Hafen gegenüber von Övelgönne.

Anwohner klagen gegen Hafenerweiterung

Hamburg Journal -

Der Terminalbetreiber Eurogate will seine Fläche im Hamburger Hafen vergrößern. Das sorgt für Ärger bei den Anwohnern. Sie klagen gegen das Vorhaben.

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Neues Terminal in Waltershof geplant

Der Terminalbetreiber Eurogate will seine Fläche im Hamburger Hafen um die Hälfte vergrößern. Dazu muss ein ganzes Hafenbecken zugeschüttet werden. Knapp 40 Hektar neue Fläche sollen entstehen, um dort Container umzuschlagen. Zwei neue Liegeplätze für Großcontainerschiffe direkt an der Elbe sind geplant - in Sichtweite des Strands von Övelgönne. Bereits seit 2005 laufen die Planungen bei der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) für das Großprojekt.

Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht

Verhandelt werden soll über die Klage vor dem Verwaltungsgericht am Lübeckertordamm. Der Zeitpunkt ist noch völlig unklar. Laut Senat hat die Klage aufschiebende Wirkung. Das bedeutet: Vorerst kann nicht gebaut werden. Insgesamt will die HPA rund 250 Millionen Euro für die Westerweiterung ausgeben - und für eine größere Zufahrt zum Waltershofer Hafen. Angesichts immer größerer Containerschiffe soll der Platz zum Wenden in der Hafeneinfahrt erweitert werden.

Wirtschaftssenator: "Keine Überraschung"

"Die Sammelklage überrascht uns nicht", teilte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Dienstag mit. "Wir fühlen uns gut auf eine Auseinandersetzung vor Gericht vorbereitet." Der Senat werde nicht von den Plänen abrücken, den Hafen im Westen auszubauen und einen größeren Wendekreis für Großschiffe zu schaffen.

Opposition: Schlag gegen die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens

Auch aus der Opposition kam Kritik an der Sammelklage. "Genauso wie die Elbvertiefung ist die Westerweiterung, insbesondere wegen des geplanten Drehkreuzes, unerlässlich für die Konkurrenzfähigkeit des Hafens", teilte der CDU Wirtschaftsrat Hamburg mit. "Leider haben wir in Deutschland ein zu komplexes Planungsrecht mit der Folge, dass bedeutende Infrastrukturprojekte über Jahre zum Erliegen kommen." Die FDP erklärte: "Die Verzögerung bei der Fertigstellung des Drehkreises ist ein Schlag gegen die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens."

Weitere Informationen

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Widerstand gegen Westerweiterung des Hafens

Im Zuge der Westerweiterung des Hamburger Hafens soll ein Container-Terminal am Elbufer entstehen - und eine Allee verschwinden. Anwohner und Naturschützer haben 41 Einwendungen eingereicht. (24.02.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.01.2017 | 06:00 Uhr

Hamburgs Hafen - Wahrzeichen und Jobmotor

Der Hafen ist mehr als Container und Warenumschlag. Hier wird gelebt, entspannt und Kunst geschaffen. Ein Blick hinter die Kulissen. mehr

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