Stand: 01.12.2016 10:33 Uhr

Kein Geld für mögliches HIV-Heilmittel?

von Melanie Buth
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Der Virologe Joachim Hauber (r.) will die HIV-Therapie grundlegend ändern.

Mehr als zehn Jahre seines Forscherlebens hat der Hamburger Virologe Joachim Hauber bereits in seinen großen Traum investiert: HIV heilbar machen. Es waren mühselige Jahre im Labor, mit vielen Rückschlägen. Den großen Durchbruch erlebte der Professor am Hamburger Heinrich-Pette-Institut im Februar 2016: Hauber und Kollegen entfernten im Labor mit Hilfe einer Gen-Schere erstmals HI-Viren komplett aus menschlichen Zellen. Eine medizinische Sensation und Hoffnung für Millionen Infizierte.

Kein Geld für Studien

Nun könnte die neue Methode erstmals auch an Menschen getestet werden. Aber der Weg ist für Hauber noch mühseliger geworden, wie NDR aktuell am Donnerstag berichtet. 12 Millionen Euro kosten die klinischen Studien und die Investorensuche gestaltet sich schwierig.

Welt-Aids-Tag

Am 1. Dezember erinnern jedes Jahr Regierungen, Organisationen und Vereine weltweit an HIV und Aids. Das zentrale Motto des Welt-Aids-Tages in diesem Jahr lautet: "Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht." Weltweit leben etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV.

Ausgerechnet die Pharmaindustrie winkt ab. "Die haben kein Interesse", bedauert Hauber. Für den Pharmakologen Gert Glaeske nicht verwunderlich. "Die Branche verdient gut an den vorhandenen HIV-Medikamenten. Eine Therapie kostet im Jahr 15.000 Euro, das ist ein gutes Geschäft!"

Kampf gegen Ausgrenzung

Für Betroffene wie Sabrina Beul ist das ein Skandal. Sie lebt seit 27 Jahren mit dem Virus. Ihre Viruslast ist zwar dank neuer Medikamente gering, aber das gesellschaftliche Stigma der Krankheit sei belastend. "Die Ausgrenzung bleibt doch. Von daher träumen wir alle davon, das Virus eines Tages wieder loszuwerden", sagt sie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 01.12.2016 | 13:45 Uhr

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