Stand: 03.02.2015 16:30 Uhr

Jobcenter-Mitarbeiterin bedroht: Prozess

Vor dem Amtsgericht Barmbek muss sich seit Dienstag in Hamburg ein Mann verantworten, der eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Rahlstedt bedroht haben soll. Der 29-Jährige ist wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt, wie NDR 90,3 berichtete.

Zwei Drohbriefe

Für seinen seelischen und finanziellen Ruin hatte der Langzeitarbeitslose offenbar die Mitarbeiterin des Jobcenters verantwortlich gemacht. Einem Brief an die Frau hatte er einen Zeitungsartikel mit dem Titel "Tod im Jobcenter" und einen Hinweis über einen Amoklauf mit sieben Toten beigefügt. Außerdem schickte er in einem weiteren Brief ein Foto einer Waffe. Auf der Pistole stand der Namen der Mitarbeiterin. Damit habe er sie bedroht, lautet der Vorwurf in der Anklage. Die Mitarbeiterin sei immer noch stark verängstigt.

Waffen gefunden - Hausdurchsuchung nicht rechtmäßig?

Die Polizei führte bei dem Angeklagten eine Hausdurchsuchung durch, allerdings ohne richterlichen Beschluss. Zur Gefahrenabwehr sei ein schnelles Handeln nötig gewesen, sagte eine Polizistin als Zeugin vor Gericht. Bei der Durchsuchung wurden eine Schreckschusspistole, ein Elektroschocker und ein Schlagring gefunden. Der Anwalt des Angeklagten wies auf die psychische Erkrankung seines Mandanten hin und äußerte erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Durchsuchung. Er regte die Einstellung des Verfahrens an. Der Prozess wird jedoch fortgesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.02.2015 | 18:00 Uhr

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