Stand: 11.08.2017 19:48 Uhr

Hohe Verluste wegen fauler Nordbank-Kredite

Die Abwicklung der faulen Schiffskredite der HSH Nordbank könnte für Hamburg und Schleswig-Holstein am Ende sehr teuer werden. Die beiden Länder hatten zum 1. Juli 2016 schlechte Schiffskredite der HSH Nordbank übernommen. Dafür wurden 2,4 Milliarden Euro an die gemeinsame Landesbank überwiesen. Sechs Monate später waren diese Kredite knapp eine halbe Milliarde Euro weniger wert. Und weitere Abschreibungen sind wegen der Schifffahrtskrise nicht ausgeschlossen.

Opposition schäumt

Die Opposition in Hamburg ist deswegen mächtig auf Zinne, wie NDR 90,3 am Freitag berichtete. Die Linke in der Bürgerschaft spricht bei der HSH Nordbank von einem Fass ohne Boden, die FDP von einem drohenden Milliardengrab. Und die CDU beklagt fragwürdige Bewertungen und völlig falschen Prognosen beim Ankauf der Schiffskredite.

Das weist die Finanzbehörde zurück. Der Kaufpreis sei von drei unabhängigen Gutachtern als angemessen bestätigt worden, heißt es. Zudem sei durch die Kreditübernahme ein drohendes, noch viel höheres Risiko für die Länder abgewendet worden.

Bank will Reeder offenbar 800 Millionen Dollar Schulden erlassen

Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zufolge will die HSH Nordbank dem Unternehmen des Reeders Heinrich Schoeller rund 800 Millionen Dollar Schulden erlassen. Die genauen Konditionen würden noch verhandelt, heißt es in dem Bericht. Die betroffenen Unternehmen und die Hamburger Finanzbehörde äußerten sich nicht dazu. Das Unternehmen Schoeller Holdings in Limassol auf Zypern hatte zeitweise bis zu 1,5 Milliarden Euro von der HSH Nordbank geliehen. Die Kredite stammen aus den Jahren 2005 bis 2008.

Die HSH Nordbank steht gegenwärtig im Verkaufsprozess und bemüht sich, problematische alte Schiffskredite zu bereinigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.08.2017 | 07:00 Uhr

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