Stand: 20.03.2017 20:20 Uhr

Heim-Opfer sollen entschädigt werden

Festgeschnallt, mit Medikamenten ruhiggestellt, eingesperrt: Bis in die 70er-Jahre sind behinderte und psychisch kranke Menschen in Heimen mit Methoden behandelt worden, die heute als menschenunwürdig gelten. Auch in den Alsterdorfer Anstalten in Hamburg wurden Behinderte gequält. Eine neue Stiftung will den Opfern jetzt späte Anerkennung geben.

Was die Opfer erzählen, macht fassungslos. Ihre Berichte handeln von Zwangsjacken, von Fußfesseln, mit denen sie nachts ans Bett gekettet wurden, von Schlägen und von Ausbeutung. Unter ihnen sind behinderte Menschen, die schon als Säuglinge in die Alsterdorfer Anstalten gegeben wurden. Dieses dunkle Kapitel hat die heutige Stiftung Alsterdorf - ähnlich wie andere Behinderteneinrichtungen in Deutschland - bereits aufgearbeitet.

Bis zu 9.000 Euro für Betroffene

Doch was es bis jetzt noch nicht gab, waren eine öffentliche Anerkennung ihres Leids und eine finanzielle Unterstützung. Genau das soll die neue Stiftung "Anerkennung und Hilfe" leisten, die von der Bundesregierung, den Bundesländern und den beiden großen Kirchen getragen wird. Immerhin bis zu 9.000 Euro können Betroffene bekommen, außerdem eine sogenannte Renten-Ersatz-Leistung für die von ihnen erbrachte Arbeit in den Behinderten-Heimen.

Hamburg ist das erste Bundesland, das die neue Stiftung öffentlich vorgestellt hat. Die Veranstaltung fand am Montag in Alsterdorf statt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

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