Stand: 22.04.2016 11:51 Uhr

Hapag-Lloyd: Auf den Weltmeeren zu Hause

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Die Zentrale von Hapag-Lloyd liegt an der Binnenalster in Hamburg.

Hapag-Lloyd ist mit jährlich über sieben Millionen transportierten Containern die größte Reederei in Deutschland. In mehr als 118 Ländern unterhält das Unternehmen nach eigenen Angaben 366 Büros, die Zentrale hat ihren Sitz an der Hamburger Binnenalster. Weltweit arbeiten etwa 9.500 Menschen bei Hapag-Lloyd. Fast 180 Schiffe sind für das Traditionsunternehmen auf den Weltmeeren unterwegs, vor allem zwischen Asien und Europa.

TUI-Konzern und Konsortium sind die Eigentümer

Die größten Anteilseigner der Reederei sind die chilenische Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV), der TUI-Konzern und das Konsortium "Albert Ballin", das sich vorrangig aus der Stadt Hamburg und dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne zusammensetzt. Zum Konsortium gehören außerdem Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank und HanseMerkur.

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Eines der größten Containerschiffe der Reederei: die "Shanghai Express".

TUI hatte bereits 2008 angekündigt, sich von der Containerschifffahrt zu trennen und auf den Tourismus konzentrieren zu wollen. Das Konsortium war aus der Not heraus entstanden, um einen Verkauf der deutschen Traditionsreederei nach Fernost zu verhindern.

169 Jahre Erfahrung in der Seefahrt

Hapag-Lloyd blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Name verweist darauf, dass das Unternehmen aus den beiden traditionsreichen Reedereien Hapag und Norddeutscher Lloyd entstanden ist. Ein Rückblick: Hamburger Kaufleute und Reeder gründen am 27. Mai 1847 die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, kurz Hapag genannt. Zehn Jahre später wird in Bremen der Norddeutsche Lloyd (NDL) gegründet. Beide Reedereien prägen für Jahrzehnte die weltweite Schifffahrt.

Erfinder der Kreuzfahrt

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Luxus auf See: Erste Kreuzfahrt vor 125 Jahren

Am 22. Januar 1891 startet in Cuxhaven das Dampfschiff "Augusta Victoria" zu einer Vergnügungsreise ins Mittelmeer. Die Tour geht später als erste Kreuzfahrt in die Geschichte ein. mehr

So nimmt als erster Schraubendampfer die "Bremen" 1858 für den Norddeutschen Lloyd den Linienverkehr nach New York auf. Im Jahr 1892 erfindet Albert Ballin für die Hapag die Kreuzfahrt und stößt damit in eine Marktlücke vor: Am 22. Januar 1891 dampft die "Augusta Victoria" von Cuxhaven zur ersten Vergnügungsreise ins Mittelmeer. Neue Wege geht die Hapag auch, als 1905 auf der Veddel in Hamburg mit der Auswandererstadt eine weltweit einmalige Anlage eröffnet. Die Liniennetze von Hapag und NDL umspannen kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs den gesamten Erdball.

Der Container-Boom

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Der Dampfer "Bremen" im Jahre 1935: Im Zweiten Weltkrieg verlor die Reederei ihre gesamte Flotte.

Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg müssen beide Reedereien den Totalverlust ihrer Flotten verkraften - und bauen neue auf. 1954 nimmt der NDL den Passagier-Liniendienst nach New York wieder auf, die Hapag konzentriert sich in der Folgezeit auf das Frachtgeschäft. 1968 eröffnen Hapag und der NDL den ersten gemeinsamen Vollcontainerdienst über den Atlantik. Es zeichnet sich der Boom des Containerhandels ab, der die Schifffahrt und die Häfen grundlegend verändern sollte. 1970 fusionieren beide Reedereien: Es entsteht die Reederei Hapag-Lloyd.

Nach der Übernahme durch den TUI-Vorgänger Preussag im Jahr 1997 bauen die damaligen Hapag-Lloyd-Chefs Bernd Wrede und Michael Behrendt das Unternehmen zu einer effizienten und profitablen Container-Reederei um. 2005 übernimmt Hapag-Lloyd die britisch-kanadische Containerreederei CP Ships.

Schifffahrtskrise bringt Reederei in Nöte

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Hapag-Lloyd besitzt rund ein Viertel des Container-Terminals Altenwerder.

Wie die gesamte Schifffahrt leidet Hapag-Lloyd stark unter der Weltwirtschaftskrise ab 2010. Einige Jahre schreibt die Reederei Verluste. 2012 kauft die Stadt Hamburg weitere Anteile an dem Traditionsunternehmen. Im Frühjahr 2014 fusioniert der Konzern mit der chilenischen Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV). Durch den Zusammenschluss entsteht laut Branchendienst "Alphaliner" die weltweit sechstgrößte größte Container-Reederei mit knapp neun Milliarden Euro Umsatz und mehr als 200 Schiffen auf den Weltmeeren.

Börsengang 2015

Im November 2015 geht Hapag-Lloyd an die Börse. Die Aktie wird für 20 Euro ausgegeben. Der Börsengang war wegen der Schwierigkeiten in der Schifffahrtsbranche und des eher schwachen Börsenumfelds recht mühsam gewesen. Die Zeichnungsfrist für die Aktie musste um eine Woche verlängert und der Ausgabepreis deutlich herabgesetzt werden. Nachdem die Aktie kurzzeitig auf rund 14 Euro abrutscht, pendelt sie sich bei rund 18 Euro ein.

Luxusliner der ersten Stunde

Unternehmen erwirtschaftet wieder Überschuss

Anfang 2016 meldet das Unternehmen, wegen eines niedrigen Ölpreises und eines erfolgreichen Sparprogramms wieder zurück in den schwarzen Zahlen zu sein. Zwei Jahre nach der letzten Fusion steht der Konzern dann im April 2016 womöglich vor seinem nächsten Zusammenschluss - diesmal mit der arabischen Großreederei United Arab Shipping Company (UASC). Die neue Reederei aus Hapag-Lloyd und UASC würde über rund 230 Schiffe mit einer Kapazität von rund 1,5 Millionen Standardcontainern verfügen - und damit auf Platz fünf der Weltrangliste vorrücken.