Stand: 12.11.2014 15:49 Uhr

Hamburger Stromnetz: Vertrag unterzeichnet

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Umweltsenatorin Jutta Blankau - hier neben Stromnetz-Geschäftsführer Dietrich Graf - rechnet mit jährlichen Einnahmen von 90 Millionen Euro.

Das erste Drittel des Volksentscheids zur Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze ist umgesetzt. Die Stadt und die Stromnetz Hamburg GmbH unterzeichneten am Mittwoch einen Konzessionsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Das zu 100 Prozent öffentliche Unternehmen darf damit von Januar 2015 an Hamburgs Straßen und Wege für seine Kabel und Leitungen nutzen. Im Gegenzug bekommt Hamburg dafür nach Einschätzung von Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD) bis 2019 jährlich 90 bis 96 Millionen Euro.

Gas- und Fernwärmenetze sollen folgen

Anfang dieses Jahres hatte die Stadt ihre 25,1 Prozent-Beteiligung an den Stromnetzen für mindestens 655 Millionen Euro auf 100 Prozent erhöht. Nötig geworden war dies durch einen Volksentscheid. Eine knappe Mehrheit der Hamburger hatte im September 2013 für einen Rückkauf des Strom-, Gas- und Fernwärmenetzes gestimmt. Für das derzeit E.ON gehörende Gasnetz rechnet Blankau noch in diesem Jahr mit einer Lösung. Die Entscheidung über das Fernwärmenetz, das Vattenfall gehört, soll 2019 fallen.

Alte Anlagen müssen erneuert werden

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In die Erneuerung des Hamburger Stromnetzes muss in den nächsten Jahren viel investiert werden.

Neben dem Konzessionsvertrag unterzeichneten beide Parteien eine energiepolitische Kooperationsvereinbarung. Darin gehe es zum Beispiel um Investitionen, "nämlich um zwei Milliarden Euro bis 2024", sagte Blankau. Der technische Geschäftsführer und Vorstandssprecher der Stromnetz Hamburg GmbH, Dietrich Graf, sagte, für Ausbau, Erneuerung und Betrieb der Netze sei viel Geld nötig. "Die Anlagen sind relativ alt, weil sie in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut worden sind."

Niedrigere Kosten für Hausanschlüsse

Graf kündigte dennoch an, dass die Kosten für Hausanschlüsse bei Neubauten bis einschließlich 2017 um fünf Prozent reduziert würden. Auch für Privatkunden stellte er im kommenden Jahr niedrigere Netzentgelte in Aussicht. Um wie viel genau, sagte Graf jedoch nicht. Auch wies er darauf hin, dass die Reduzierung nicht zwangsläufig auch beim Privatkunden ankommen müsse. Diese Entscheidung obliege allein den verschiedenen Energieunternehmen, von denen die Hamburger ihren Strom erhalten.

Konzession: Nur ein Bewerber blieb übrig

Nachdem Vattenfall das Stromnetz an die Stadt verkauft hatte, stand die Neuvergabe der Konzession an. Sie regelt, wer das Stromnetz betreiben darf und wird nur alle 20 Jahre vergeben. Außer der stadteigenenen Stromnetz Hamburg GmbH hatten sich ursprünglich noch fünf weitere Unternehmen beworben. Jedoch zog eines nach dem anderen seine Bewerbung zurück, sodass die Stromnetz Hamburg GmbH als einzige Bewerberin übrig blieb.

Das Hamburger Stromnetz versorgt 1,1 Millionen Haushalte und Firmen. Durch das rund 27.500 Kilometer lange Netz fließen jährlich rund 13 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.11.2014 | 15:00 Uhr