Stand: 10.05.2017 15:30 Uhr

Hamburger Polizei übt Konvois für G20-Gipfel

Wenn Anfang Juli Staatsgäste wie US-Präsident Donald Trump oder der russische Staatschef Wladimir Putin zum G20-Gipfel nach Hamburg kommen, soll ihre Ankunft in der Stadt reibungslos verlaufen: Dafür hat die Hamburger Polizei am Mittwoch erneut Verkehrsmanöver trainiert. Unter anderem wurden drei Fahrten mit fiktiven Staatsgästen geprobt, sagte Polizeisprecher Timo Zill. Eine davon führte vom Flughafen zum Messegelände.

100 Beamte trainieren

Wegen kurzzeitiger Straßensperrungen kam es bis zum Mittag an mehreren Stellen im Stadtgebiet zu Behinderungen. Im Einsatz waren rund 100 Hamburger Beamte - beim Gipfel werden es rund 2.500 Polizisten sein - auch aus anderen Bundesländern -, die für einen möglichst reibungslosen Ablauf im Straßenverkehr sorgen sollen. Bereits Ende April hatte es in der Hansestadt Übungen gegeben, die Staus ausgelöst hatten. In den kommenden Wochen wird es weitere Probefahrten der Polizei geben.

"Wir brauchen diese Übungen"

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Die Kolonnenfahrten werden stets von einem Polizeihubschrauber begleitet - bei den Übungen ebenso wie beim G20-Gipfel im Juli.

Polizeisprecher Zill bat Autofahrer, die wegen der Übungen im Stau stehen, um Verständnis: "Wir brauchen diese Übungen im echten Stadtverkehr, auch wenn es für die Autofahrer anstrengend ist. Beim G20-Gipfel müssen wir mehr als 30 Delegationen durchs Stadtgebiet führen. Dann wollen wir die Auswirkungen für alle so gering wie möglich halten." Der Besuch von Staatsgästen ist für die Hamburger Polizei eigentlich Routine. "Aber der G20-Gipfel ist eine ganz andere Dimension", machte Zill im Gespräch mit NDR.de klar. Zum Konvoi zählten beispielsweise viel mehr Fahrzeuge. Eine weitere Herausforderung seien bedeutende Staatsgäste wie Trump und Putin, für die die Sicherheitsstufe 1 gelte. "Unser Ziel ist, dass jede Kolonne zügig durch die Stadt kommt", sagte der Polizeisprecher. "Je langsamer die Fahrzeuge fahren, umso nervöser werden die Personenschützer." Die Polizei bemühe sich deshalb darum, dass die von Gipfelgegnern angekündigten Straßen-Blockaden gar nicht erst entstehen.

Grote warnt vor Blockaden

Innensenator Andy Grote (SPD) hatte gerade erst mit deutlichen Worten vor Straßenblockaden während des G20-Gipfels gewarnt. Die Sicherheitskräfte der Staatsgäste könnten zu drastischen Maßnahmen greifen. Wenn etwa die tonnenschwere Limousine von US-Präsident Trump zum Stehen gezwungen werde, sei das für die bewaffneten US-Personenschützer vom Secret Service der Ernstfall.

Verschiedene Routen möglich

Während des Gipfels wird es mehrere Routen geben, auf denen die Polizei die Staatsgäste vom Flughafen zum Tagungsort oder ins Hotel begleitet. "Selbstverständlich werden wir diese Routen aus Sicherheitsgründen nicht im Vorfeld bekannt geben", sagte Zill. Dies würde denjenigen, die möglicherweise Anschläge oder Blockade-Aktionen planen, in die Hände spielen. Wäre es nicht einfacher, die Staatsgäste mit dem Hubschrauber vom Flughafen in die Innenstadt zu bringen? "Das ist leider nicht möglich", so der Polizeisprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.05.2017 | 12:00 Uhr

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Der G20-Gipfel 2017 fand am 7. und 8. Juli in Hamburg statt. Im Dossier finden Sie News, Videos, Bilderstrecken und Reaktionen auf das zu Ende gegangene Gipfeltreffen. mehr

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