Stand: 28.09.2017 11:06 Uhr

Hamburger Polizei klärt Mordfall nach 36 Jahren

36 Jahre nach dem Verschwinden von Beata Sienknecht aus Hamburg-Steilshoop hat die Polizei den Fall gelöst. Die Einheit "Cold Cases" des Hamburger Landeskriminalamtes kam einem heute 58-jährigen Mann aus dem "entfernten Bekanntenkreis"der Frau auf die Spur, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Mann befinde sich wegen "weiterer Tötungsdelikte bereits langjährig in amtlichem Gewahrsam", hieß es weiter. Der Mann habe bereits vor einem Monat zugegeben, im Oktober 1981 die damals 36-jährige Beata Sienknecht getötet und ihren Leichnam beseitigt zu haben.

Auf dem Heimweg verschwunden

Die dreifache Mutter hatte am Tag ihres Verschwindens eine Freundin aufgesucht und ihr angeblich von einer tätlichen Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann berichtet. Danach wollte sie nach Aussage der Freundin zurück in ihre Wohnung im selben Hochhaus, dort kam sie nach Aussage ihres Ehemannes aber nie an. Fünf Tage später gab er eine Vermisstenanzeige auf.

Die "Cold Cases"-Ermittler hatten den Fall im März 2017 neu aufgerollt und sich im August mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Darin fragten sie unter anderem nach Menschen, die Angaben zum Leben des Opfers und ihres damaligen Ehemanns machen konnten. Die Ermittlungen hätten zu weiteren Zeugen geführt, zum mutmaßlichen Täter führten schließlich Recherchen im Umfeld des Opfers und der Hinweis einer Facebook-Nutzerin.

Die Suche nach Beata Sienknecht geht aber weiter. "Maßnahmen zur Auffindung des Leichnams (...) werden fortgesetzt", teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Fälle bis zurück in die 50er-Jahre

Die "Cold Case"-Einheit, die vergangenes Jahr im September ins Leben gerufen wurde, sichtet ungelöste Mordfälle bis zurück in die 1950er-Jahre. Um wie viele Fälle es sich dabei genau handelt, sagte die Polizei bisher nicht. Jedes Jahr werden bundesweit rund 300 Todesfälle als Mord eingeschätzt. Die Taten werden zu 95 Prozent aufgeklärt, 10 bis 20 Fälle bleiben ungelöst.

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Hamburg Journal | 28.09.2017 | 19:30 Uhr

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