Stand: 18.01.2016 15:00 Uhr

Hamburg will seine Deiche weiter erhöhen

Bild vergrößern
So soll die Hochwasserschutzanlage zwischen Baumwall und Landungsbrücken einmal aussehen.

Angesichts des steigenden Meeresspiegels erhöht Hamburg in den kommenden Jahren auf mehr als 100 Kilometern Länge seine Deiche. Rund 160 Millionen Euro will die Stadt dafür in den kommenden Jahren ausgeben, wie NDR 90,3 am Montag berichtete. Noch einmal 80 Zentimeter höher sollen die Deiche im Durchschnitt werden. Als erstes soll der Abschnitt zwischen Baumwall und Landungsbrücken ausgebaut werden und zwar dort, wo derzeit das ehemalige Restaurant Überseebrücke abgerissen wird. Dies ist der letzte Bereich, in dem der Hochwasserschutz noch nicht erhöht wurde.

Insgesamt zwei Jahrzehnte Bauzeit

Parallel dazu beginnen die Arbeiten an den Deichen in Wilhelmsburg. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer rechnet mit mindestens zwei Jahrzehnten Bauzeit, bis alle Deiche an die höheren Wasserstände angepasst sind. Zwischen 7,9 und 8,9 Metern über Normalnull sollen alle Hochwasseranlangen in der Stadt werden. Zum Vergleich: Bei der bislang höchsten Sturmflut in Hamburg lag der Pegel 1976 bei 6,45 Metern.

Rund 40 Prozent der Fläche Hamburgs sei von Sturmfluten bedroht, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) NDR 90,3. Bei der neuen Deicherhöhung habe man sowohl den Klimawandel als auch eine nächste Elbvertiefung berücksichtigt. Rund 20 Jahre wird das neue Deichbauprogramm dauern. Bis Mitte des Jahrhunderts, so Kerstan, sei Hamburg dann zunächst einmal vor Sturmfluten sicher.

Weitere Informationen
6 Bilder

Abriss: Restaurant Überseebrücke verschwindet

Seit Monaten wird die Hochwasserschutzanlage am Baumwall aufwendig ausgebaut. Jetzt muss das Traditionsrestaurant Überseebrücke dem millionenschweren Projekt weichen. Bildergalerie

Leben mit dem Wasser: So schützt sich Hamburg

Was hat Hamburg aus der Sturmflut 1962 gelernt? Wie sehen moderne Deiche aus? Wasserbauingenieur Olaf Müller erklärt, wie sich die Stadt heute vor Hochwasser schützt. (10.02.2012) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.01.2016 | 15:00 Uhr