Stand: 19.01.2016 18:15 Uhr

Hamburg will mehr Sozialwohnungen für Bedürftige

Der Hamburger Senat hat am Dienstag eine Regelung verabschiedet, die besonders Bedürftigen die Wohnungssuche erleichtern soll. Es sollen mehr Sozialwohnungen für die rund 8.000 Menschen geschaffen werden, die eine amtliche Bescheinigung darüber haben, dass sie besonders dringend eine neue Bleibe brauchen - und trotzdem keine finden. Das betrifft etwa Frauen, die im Frauenhaus leben, Behinderte oder Wohnungslose. Die Zahl der unversorgten vordringlich wohnungssuchenden Haushalte steigt nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde seit Jahren.

Mehr Wohnungen für Bedürftige

Die Idee ist, die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA GWG stärker in die Pflicht zu nehmen, wie NDR 90,3 berichtet. Statt wie bislang 1.700 muss der Wohnungsbaukonzern künftig 2.000 ihrer Wohnungen Menschen zur Verfügung stellen, die in besonders schwierigen Wohnverhältnissen leben. Bei den insgesamt 130.000 SAGA GWG-Wohnungen entspricht das rund zwei Prozent des Bestandes. Außerdem werden den Angaben zufolge die Fördermittel für den Neubau von jährlich 2.000 auf 2.300 Sozialwohnungen für diesen Personenkreis ausgeweitet, hieß es.

"Rechnerisch völlig abwegig", kritisiert die Linke

Die erste Reaktion der Opposition kam prompt: Angesichts der Wohnungsnot in Hamburg sei das Ganze ein Tropfen auf den heißen Stein, kritisierte die Linke das Vorhaben des rot-grünen Senats. "Dieses Konzept ist rechnerisch absurd und sozialpolitisch ein Armutszeugnis", kritisierte die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Heike Sudmann.

So sei 2014 nur ein gutes Drittel der Haushalte mit Dringlichkeitsschein oder -bestätigung mit einer Wohnung versorgt gewesen. "Konkret haben also von den rund 8.000 anspruchsberechtigten Haushalten 5.000 in die Röhre geguckt", sagte Sudmann. "Die Lösung für diese 5.000 Haushalte sind in den Augen des Senats 300 Wohnungen mehr bei der SAGA und 300 Wohnungen mehr im Neubau - das ist schon rein rechnerisch völlig abwegig."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.01.2016 | 16:00 Uhr