Stand: 25.11.2015 15:29 Uhr

Hamburg legt Modellprojekt gegen Ärztemangel auf

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In den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn fehlt es an Fachärzten.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde will die ärztliche Versorgung in Billstedt und Horn verbessern. In beiden Stadtteilen sind die Menschen ärmer als im Hamburger Durchschnitt und haben überdurchschnittlich viele gesundheitliche Probleme. Gleichzeitig gibt es dort weniger Ärzte als im Hamburger Durchschnitt, es fehlen Fachärzte und nach wie vor werden Praxen geschlossen. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) plant nun ein Modellprojekt, das neben Ärzten auch Sozialeinrichtungen einbeziehen soll, um Patienten in Billstedt und Horn besser zu versorgen.

Ärzte-Netz und mehr Sozialarbeiter

Ähnlich wie auf dem Land, wo in einigen Regionen Ärzte fehlen, sollen sich jetzt die Praxen in Billstedt und Horn zu einem Ärzte-Netz zusammenschließen. Außerdem ist eine Art Ärztehaus im Gespräch, dass an die Stadtteilpraxis Mümmelmannsberg angeschlossen werden soll und es sollen mehr Sozialarbeiter zum Einsatz kommen. Koordiniert werden soll die Zusammenarbeit durch die Optimedis AG, einem Hamburger Unternehmen, das seit Jahren bundesweit Ärzte-Netze betreut.

Alle Beteiligten hoffen jetzt darauf, dass dieses Modellprojekt vom sogenannten Innovations-Fonds gefördert wird. Er war im Frühjahr im Zuge des Versorgungsstärkungsgesetzes vom Bundestag beschlossen worden, um eben solche Projekte wie das in Billstedt und Horn voranzubringen. Die Entscheidung über eine finanzielle Förderung soll laut NDR 90,3 im Sommer 2016 fallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.11.2015 | 15:00 Uhr