Stand: 08.07.2014 16:04 Uhr

Hamburg hat große Pläne für den Osten

Blick auf Hamburgs Osten: Hier sieht der Senat noch viel Entwicklungspotenzial.

Der Hamburger Senat will in den nächsten Jahren 15.000 bis 20.000 neue Wohnungen im Osten der Stadt schaffen. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat dazu am Dienstag im Rathaus gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) und Oberbaudirektor Jörn Walter entsprechende Pläne für die Stadtteile Hammerbrook, Borgfelde, Hamm, Horn, Rothenburgsort, Billbrook und Billstedt vorgestellt.

"Attraktive Lagen, die nur entdeckt werden müssen"

So bedeutend wie die Entwicklung der Hafencity oder die Aufwertung Wilhelmsburgs sind, so richtungsweisend sind die Senatspläne für Hamburgs Stadtentwicklung bis 2025. Die industriell geprägten Stadtteile im Osten - von Hammerbrook bis Billstedt - sollen Tausende neue Wohnungen bekommen, bevorzugt an der Bille und den Kanälen. Bürgermeister Scholz legte seine übliche Nüchternheit ab und präsentierte stolz die in monatelanger Arbeit entstandenen Pläne. Die Verbindung von Grünflächen sowie neue Zugänge zum Wasser an Elbe und Bille sollen die Lebensqualität in den Stadtteilen erhöhen. Scholz: "Es ist möglich, dort überall attraktive Lagen zu entwickeln, die nur entdeckt werden müssen."

Geförderter Wohnraum soll Verdrängung verhindern

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Stromaufwärts an Elbe und Bille

Der Osten Hamburgs rückt nun in den Fokus der Stadtentwicklung. Hammerbrook, Borgfelde, Hamm, Horn, Rothenburgsort, Billbrook und Billstedt mit Mümmelmannsberg bieten laut Senat enorme Entwicklungspotenziale. extern

Fuß- und Fahrradwege am Wasser sollen die Bewohner schnell zu ihren Arbeitsplätzen bringen. Denn der Senat will unbedingt die dortige Industrie erhalten. Besonders edel soll ein Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Huckepack-Bahnhof werden. Scholz will dort eine Architekturqualität wie in der alten Speicherstadt. Der Bürgermeister machte aber auch deutlich, dass für die Menschen in den Stadtteilen der neue Wohnraum nicht teurer werden und es nicht zur Verdrängung kommen dürfe. Das gehe auch, "durch genügend sowie geförderten Wohnungsbau". Dafür sollen jährlich weiterhin 100 Millionen Euro bereitgestellt werden.

In den betroffenen Stadtteilen, die während des Zweiten Weltkrieges größtenteils zerstört worden waren, wohnen heute rund 164.000 Menschen. Davon haben etwa 45 Prozent einen Migrationshintergrund - in ganz Hamburg sind es im Durchschnitt 30 Prozent.

Erste Kritik

Nach der Vorstellung der Pläne des Senats gab es am Dienstag bereits die ersten kritischen Stimmen. Für den stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, Olaf Duge, ist es "rätselhaft, wie eine ausgewogene Stadtteilentwicklung umgesetzt werden soll, wenn die Gelder für die soziale Stadtteilentwicklung gleichzeitig um die Hälfte zusammengestrichen werden". Die Handelskammer merkte an, dass in Hamm-Süd die wirtschaftlichen Aktivitäten von etwa 600 Firmen das Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft nicht erlaubten. Sie hofft auf Nachbesserungen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.07.2014 | 14:00 Uhr