Stand: 20.02.2016 09:40 Uhr

Gasversorger E.ON kassiert Schlappe vor Gericht

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Gas darf teurer werden, aber der Gasversorger muss begründen, wieso. Das entschied jetzt das Landgericht München.

Der Gasversorger E.ON hat wegen einer Preisklausel in seinen Kundenverträgen eine Schlappe vor Gericht hinnehmen müssen. Nach einer Klage der Verbraucherzentrale Hamburg entschied das Landgericht München jetzt, dass die aktuelle Klausel zu schwammig formuliert ist. Preiserhöhungen ohne Begründung sind demnach verboten.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale hat das jüngste Gerichtsurteil Auswirkungen auf rund 100.000 Gaskunden im Großraum Hamburg. E.ON-Kunden, die in den vergangenen drei Jahren eine Preiserhöhung bekommen haben, können das zuviel gezahlte Geld jetzt zurückfordern, erklärte Verbraucherschützer Günter Hörmann im Gespräch mit NDR 90,3.

Preiserhöhungen brauchen einen Grund

Das Verfahren fand in München statt, weil dort die Nachfolgegesellschaft der E.ON Hanse Vertrieb GmbH sitzt. Die Richter kritisierten, dass sich der Gasversorger in seinen Verträgen zwar das Recht einräumt, die Preise zu erhöhen, aber nicht erklärt, unter welchen Umständen sie das tun. Darauf hätten die Kunden aber ein Recht. Eon will das Urteil nicht akzeptieren und in die Berufung gehen. "Unsere Verträge entsprechen dem geltenden Recht", erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von NDR 90,3.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.02.2016 | 13:00 Uhr