Stand: 06.05.2017 15:15 Uhr

G20: Streit ums Heiligengeistfeld geht weiter

Zwei Monate vor dem G20-Gipfel ist weiter unklar, ob die große Protestkundgebung unter dem Motto "Grenzenlose Solidarität statt G20" am 8. Juli auf dem Heiligengeistfeld stattfinden darf. Bei dem vierten Kooperationsgespräch zwischen Polizei und Gipfelgegnern am Freitag gab es erneut keine Einigung.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hält eine Großkundgebung, zu der auch Tausende gewaltbereite Demonstranten kommen könnten, auf dem Heiligengeistfeld für zu gefährlich, weil man dort zu nah an den Messehallen sei. Die Gegebenheiten dort seien "unkontrollierbar aus unserer Sicht".

Demo-Veranstalter: Keine Alternative möglich

Die G20-Gegner sehen das anders. Ein Vertreter der Demo-Veranstalter sagte dem NDR Hamburg Journal, es gebe keine Alternative zum Heiligengeistfeld als zentralem Platz für die Endkundgebung. Auf dem von der Polizei angebotenen Platz am Millerntor könne man bestenfalls 30.000 Menschen unterbringen. Nur auf dem Heiligengeistfeld sei gewährleistet, dass alle der bis zu 150.000 erwarteten Teilnehmer auch die Bühne sehen könnten.

Diese Teilnehmerzahl ist allerdings mittlerweile auch ungewissen, denn die Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20" am 8. Juli wird möglicherweise deutlich kleiner als erwartet. Wie die "Hamburger Morgenpost" am Sonnabend berichtet, sollen sich inzwischen mehrere Verbände von der Großdemo distanziert, weil sie mit linken Krawallmachern nichts zu tun haben wollen. Demnach rechnen die Veranstalter jetzt nicht mehr mit 100.000 bis 150.000 Teilnehmern, sondern höchstens mit halb so vielen Menschen.

Fortsetzung vor Gericht?

Die Aktivisten fordern nun einen schriftlichen Beschluss, um gerichtlich gegen das Verbot vorgehen zu können. Zu dem Demo-Bündnis "Grenzenlose Solidarität statt G20" gehören unter anderem attac Deutschland, die Linke, Umweltorganisationen, Gewerkschaften und weitere Gruppen aus dem linken Spektrum.

Weiter unklar ist auch, ob es irgendwo in der Stadt ein Camp der Gipfel-Gegner für rund 10.000 Menschen geben wird. Pläne, dies im Stadtpark einzurichten, hatte die Innenbehörde abgelehnt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.05.2017 | 19:30 Uhr

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