Stand: 17.11.2015 07:35 Uhr

Altona will kleineres Flüchtlingsdorf als Senat

Die geplante Rissener Großsiedlung für 4.000 Flüchtlinge soll nach Wunsch der SPD im Bezirk Altona nur halb so groß ausfallen wie ursprünglich geplant. Nach Informationen von NDR 90,3 will sie auf dem Gelände hinter dem Krankenhaus Rissen zudem auch deutsche Familien unterbringen. Mit dieser Forderung stellt sich die SPD-Bezirksfraktion gegen die SPD-geführte Stadtentwicklungsbehörde. Diese will in Rissen in nur einem Jahr 800 Wohnungen für 4.000 Flüchtlinge hochziehen lassen. Nach Ansicht der Bezirks-SPD sind dies zu viele Flüchtlinge auf einmal, die Gefahr einer Gettobildung sei zu groß.

Ein Schloss vor einem Gelände.

Streit um Flüchtlings-Wohnungen in Rissen

Hamburg Journal -

Im Stadtteil Rissen will der Senat eine Bebauung für 4.000 Flüchtlinge durchsetzen. Die Altonaer Bezirks-SPD will die Wohnungen aber auf verschiedene Standorte aufteilen.

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"Internationales Quartier mit Flüchtlingen und Deutschen"

Bereits im Oktober hatte sich - ähnlich wie in Neugraben-Fischbek und Billstedt - nach Bekanntgabe der Pläne bei Anwohnern und in der Bezirksversammlung Widerstand gegen den Bau einer derart großen Flüchtlingssiedlung geregt. Nun präsentiert der Vorsitzende des Planungsausschusses im Bezirk, Henrik Strate, deutlich abgespeckte Pläne. Diese sehen 400 Sozialwohnungen für Flüchtlinge und 200 frei finanzierte Wohnungen für alle Bürger vor. "Wir wollen ein Internationales Quartier, in dem sich Flüchtlinge mit den Deutschen austauschen und so besser integrieren können", sagt Strate. Auf dem ehemaligen Lagerplatz des Technischen Hilfswerks sollen bis zu viereinhalbgeschossige Mietshäuser entstehen. Zudem ist eine Art Dorfplatz vorgesehen. Dort sollen auf 2.000 Quadratmetern eine Kita, ein Bäcker, ein Café und ein großer Kiosk entstehen.

Weitere Wohnungen in Othmarschen

Die noch unveröffentlichten Pläne sollen am Mittwochabend der Rissener Bevölkerung präsentiert werden. Weil der Senat aber von jedem Bezirk insgesamt 800 Schnellbau-Flüchtlingswohnungen fordert, will Altona weitere Unterkünfte auf dem Gelände hinter dem UCI-Kino in Othmarschen und an zwei weiteren Standorten bauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.11.2015 | 07:00 Uhr

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