Stand: 10.02.2016 19:43 Uhr

Flocken verlässt AfD-Fraktion

Es war eine kurze Feststellung von Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD), die bei der Sitzung am Mittwoch zu vielen Nachfragen geführt hat: Ludwig Flocken ist aus der AfD-Fraktion ausgetreten. Jetzt ist klar: Er kam damit einem Rauswurf zuvor.

Das Hamburger AfD-Mitglied Ludwig Flocken verlässt die Fraktion. © NDR

Die AfD-Fraktion schrumpft

Hamburg Journal -

Seine Alleingänge und seine Pegida-Beteiligung waren den AfD-Kollegen zu viel. Ludwig Flocken kam einem Rauswurf zuvor und trat aus der Fraktion aus.

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"Jetzt aber wäre es so gelaufen"

Sein Ausschluss habe bereits zwei Mal auf der Tagesordnung der Fraktion gestanden, einmal sei die Sitzung jedoch abgesagt, ein anderes Mal sei das Thema vertagt worden, sagte Flocken am Rande der Bürgerschaftssitzung. "Jetzt aber wäre es so gelaufen." Flocken galt in der AfD als Vertreter des rechten Rands und hatte etwa Pegida-Gegner als "die neue SA" bezeichnet.

Pegida-Aktionen und Kleine Anfragen

Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Alexander Wolf, sagte, Flocken sei nicht "in der notwendigen Weise" bereit gewesen, als Mannschaftsspieler zu agieren. Hintergrund der Auseinandersetzung sind unter anderem Kleine Anfragen an den Senat, die Flocken - wie er sagte - an der Fraktion "vorbeigeleitet" hatte. In ihnen äußerte sich Flocken Kritikern zufolge mit einer Mischung aus Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Ebenfalls nicht tolerieren wollte die Fraktion laut Flocken, dass er bei den fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen mitmache.

Er selbst wiederum sei unter anderem darüber verärgert, dass sich Fraktionschef Jörn Kruse für drei Monate einfach abgemeldet habe und mit seiner Frau in die USA gegangen sei. Wolf betonte, dass Kruse zu jeder Zeit informiert gewesen sei.

Nur noch zu siebt

Mit dem Austritt Flockens hat die AfD-Fraktion in Hamburg nun noch sieben Mitglieder. Flocken will als fraktionsloser Abgeordneter in der Bürgerschaft bleiben. Der Öffentlichkeit war der Facharzt für Orthopädie aus Bergedorf vor allem dadurch bekannt geworden, dass er seinen Patienten freistellte, wie viel sie für ihre Behandlung zahlen wollen - und dafür vom Berufsgericht Hamburg einen Verweis erhielt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.02.2016 | 19:00 Uhr

mit Video

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