Stand: 10.07.2014 17:00 Uhr

"Esso-Häuser" - hier verschwindet ein Stück Hamburg

von Heiko Block, NDR.de

Jetzt sind sie weg - und hinterlassen eine große Leere auf der Hamburger Reeperbahn. Der umstrittene Abriss der "Esso-Häuser" am Spielbudenplatz ist beendet. Bagger haben den Gebäudekomplex, der unter anderem auch Heimat des Kult-Clubs Molotow war, in knapp zwei Monaten komplett abgerissen. Mit NDR.de können Sie den Vorher-Nachher-Vergleich machen. Dazu können Sie einfach den Schieberegler auf den beiden großen Bildern bewegen (linke Maustaste gedrückt halten oder mit dem Finger auf Smartphone/Tablet).

Der Hamburger Spielbudenplatz vor dem Abriss der "Esso-Häuser". © NDR Fotograf: Heiko Block Der Hamburger Spielbudenplatz nach dem Abriss der "Esso-Häuser". © NDR Fotograf: Heiko Block

 

Im Februar war bereits die namensgebende Esso-Tankstelle abgerissen worden. Sie war als Anlaufstelle für Nachtschwärmer auch weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt. Anfang Mai war dann die Waschanlage an der Reihe. Am 21. Mai startete schließlich der Abriss der Wohnhäuser und des Gewerberiegels. Ursprünglich war der Abbruch bereits für Anfang April geplant. Die Bayerische Hausbau begründete die Verzögerungen damit, dass bei Schadstoff-Untersuchungen in der Gewerbezeile weitere Asbestfunde gemacht worden seien. Außerdem habe es einen Wechsel des Abbruch-Unternehmens gegeben.

"Ohne Verzögerung, ohne Überraschung, ohne Zwischenfälle"

"Unseren ersten - zu ehrgeizig gefassten - Zeitplan haben wir nicht halten können", sagte Bernhard Taubenberger, Marketingleiter des Eigentümers. "Der neue Zeitplan mit dem Nachunternehmer wurde dagegen umgesetzt. Ohne Verzögerung. Ohne Überraschung. Und ohne Zwischenfälle - sieht man von den gelegentlichen nächtlichen Versuchen von Betrunkenen oder Verwirrten ab, den Bauzaun zu erklimmen."

Der Hamburger Spielbudenplatz vor dem Abriss der "Esso-Häuser". © NDR Fotograf: Heiko Block Der Hamburger Spielbudenplatz nach dem Abriss der "Esso-Häuser". © NDR Fotograf: Heiko Block

 

Noch ist unklar, was auf dem Grundstück entstehen wird. Die Bayerische Hausbau ist nach eigenen Angaben grundsätzlich bereit - wie vom Bezirk gefordert - 50 Prozent Sozialwohnungen bauen zu lassen. "Ob dies gelingt und wie dies dann im Detail umgesetzt wird, werden die anstehenden Gespräche zeigen", sagte Taubenberger. Die geplante Bürgerbeteiligung könne wichtige Denkanstöße geben und die Akzeptanz dessen, was auf dem Areal entstehen wird, stärken.

Ende 2016 möglicher Baubeginn

Nach den Plänen des Investors soll möglichst bis Ende des Jahres ein städtebaulicher Wettbewerb starten. Danach folge das Bebauungsplanverfahren. Vermutlich könne Ende 2016 mit dem Bau begonnen werden, so Hausbau-Geschäftsführer Jürgen Büllesbach. Vor 2018 rechne er nicht mit einer Fertigstellung.

2009 hatte die Bayerische Hausbau das Grundstück gekauft. Im Dezember vergangenen Jahres waren die rund 50 Jahre alten "Esso-Häuser" dann wegen wackelnder Wände zwangsgeräumt worden.

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