Stand: 09.07.2015 10:49 Uhr

Erschossener Einbrecher: Neue Details

Bild vergrößern
Ende Juni kam es in Jenfeld zu dem tödlichen Schuss des Hausbesitzers.

Ein 25 Jahre alter Mann, der Ende Juni bei einem Einbruch von einem Hausbesitzer im Hamburger Stadtteil Jenfeld erschossen worden ist, hätte von der Innenbehörde schon längst abgeschoben werden müssen. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU hervor, wie das "Hamburger Abendblatt" am Donnerstag berichtete.

Seit 2012 wollten Behörden eine Abschiebung

Seit 2007 war der damals 17 Jahre alte Asylbewerber der Polizei in Hamburg als Intensivtäter bekannt, heißt es in der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator. Als der Asylbewerber 2012 wegen diverser Diebstahls- und Körperverletzungsdelikte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, hatten die Behörden versucht, den Mann abzuschieben. Allerdings ohne Erfolg. Zwar besaß der Mann aus dem Niger einen gültigen Reisepass, diesen hatte er jedoch offenbar vor der Ausländerbehörde versteckt. Zudem klagte der Mann vor dem Verwaltungsgericht auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung aus "humanitären Gründen".

Weitere Ermittlungen gegen den Schützen

Im Frühjahr wurde der 25-Jährige aus der Haft entlassen. Ende Juni brach er mit einem Komplizen in das Einfamilienhaus in Jenfeld ein und wurde von dem 63-jährigen Eigentümer erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen den Schützen. Zurzeit gehe man jedoch von einer Notwehrsituation aus, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft NDR 90,3.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.07.2015 | 11:00 Uhr