Stand: 05.09.2017 10:04 Uhr

Elb-Streit: Kerstan stellt sich gegen Scholz

Im Streit um neue niedersächsische Naturschutzgebiete an der Elbmündung stellt sich Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) gegen Bürgermeister Olaf Scholz (SPD): Er begrüße die niedersächsischen Pläne ausdrücklich, sagte Kerstan.

"Keine Gefahr für den laufenden Betrieb"

"Ich kann die öffentliche Aufregung über das geplante Naturschutzgebiet nicht nachvollziehen", so der Umweltsenator zu NDR 90,3. Seiner Meinung nach seien die Pläne keine Gefahr für den laufenden Betrieb des Hafens und für die Elbvertiefung. Hamburg habe schließlich zwei ähnliche Schutzgebiete ausgewiesen, ohne dass dadurch Probleme für den Hafenbetrieb entstanden seien.

Kerstan wendet sich damit gegen die offizielle Hamburger Position in dem Streit, die Bürgermeister Scholz zuletzt in einem Brandbrief an seinen niedersächsischen Amtskollegen Stefan Weil (SPD) dargelegt hatte. Scholz forderte darin, die Pläne für ein neues Naturschutzgebiet zu stoppen. Ähnlich hatten sich auch bereits die Hafenwirtschaft und Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) geäußert.

Bedenken können bis Ende September vorgebracht werden

Bis Ende des Monats haben Hamburg und der Bund Zeit, sich offiziell zu den Plänen für das neue Naturschutzgebiet zu äußern und Bedenken vorzubringen. Die Federführung dabei hat aber nicht Kerstans Umweltbehörde, sondern die Wirtschaftsbehörde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.09.2017 | 10:00 Uhr

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