Stand: 08.02.2016 16:40 Uhr

Im April hat Hamburg das Stromnetz wieder

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Das städtische Unternehmen "Stromnetz Hamburg" will die Ladestationen für E-Autos in der Stadt verdreifachen.

Der Rückkauf des Hamburger Stromnetzes ist weitgehend umgesetzt. Zum 1. April werden auch der Störungsdienst und die Stromzähler-Abrechnung zur neuen Hauptgesellschaft "Stromnetz Hamburg" gehören. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Im April übernimmt "Stromnetz Hamburg" die letzten ihrer 1.250 Mitarbeiter von Vattenfall und damit ist das Stromnetz - wie von den Hamburgern gefordert - wieder komplett in städtischer Hand.

Gewinn 2015 eingebrochen

"Die Abspaltung aus dem Vattenfall-Konzern und die Übernahme der Gesellschaften in den Konzern der Stadt Hamburg waren sehr komplexe Prozesse", sagte der kaufmännische Geschäftsführer von "Stromnetz Hamburg", Christian Heine. Auch Ablösezahlungen und höhere Pensionsrückstellungen wurden fällig. Eine Folge war, dass der Gewinn im vergangenen Jahr auf rund sechs Millionen Euro einbrach, wie NDR 90,3 berichtete.

Eigentlich braucht Hamburg jährlich aber 30 Millionen, um den Kaufpreis für die Netze samt Zinsen innerhalb der nächsten 30 Jahre abzuzahlen. Allein das Stromnetz wird die Stadt mehr als 500 Millionen Euro kosten. "Wir gehen davon aus, dass sich die Ergebnissituation 2016 wieder normalisiert, weil wir die Trennung von Vattenfall dann abgeschlossen haben werden" , sagte Heine.

Ladestationen für Elektroautos geplant

Bis zum Sommer will "Stromnetz Hamburg" die Zahl der Ladestationen für Elektroautos verdreifachen - auf dann 600 Stationen. Und wie modern städtische Stromnetze sind, soll mit dem Projekt "Smart Bergedorf" bewiesen werden, mit dem sich das städtische Unternehmen um EU-Fördermittel bewirbt. "Wir können noch mehr im Bereich Elektromobilität machen", sagte Heine NDR 90,3. "Wir erhoffen uns, dass wir auch das Thema intelligente Zähler in Bergedorf ausrollen können." Bergedorf könnte dann auch kostenloses WLAN bekommen.

Gas und Fernwärme sollen folgen

Das Stromnetz ist das erste Netz, für das der Volksentscheid umgesetzt wurde. Die Netze für Gas und Fernwärme sollen folgen. Für das Fernwärmenetz, das bis 2019 dazukommen soll, dürfte mindestens rund eine Milliarde Euro fällig werden. Die Hamburger hatten am 22. September 2013 per Volksentscheid entschieden, dass die Energienetze wieder in städtischen Besitz überführt werden sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.02.2016 | 16:00 Uhr