Stand: 24.09.2015 16:15 Uhr

"Abendblatt"-Journalisten freigesprochen

Zwei Journalisten des "Hamburger Abendblattes" sind vom Vorwurf freigesprochen worden, verbotenerweise aus Gerichtsakten zitiert zu haben. Der Freispruch sei aber keine Siegerurkunde für die Zeitung, schickte der Amtsrichter seinem Urteil vorweg. Denn was die beiden Journalisten im Sommer vorigen Jahres taten, sei eindeutig verboten.

Verbotenerweise zitiert

Die beiden Redakteure hatten während des laufenden Mordprozesses über den Tod der dreijährigen Yagmur Whatsapp-Nachrichten der Eltern aus Prozessakten zitiert. Und zwar noch ehe diese in der Hauptverhandlung verlesen wurden. Auf dieses zitierte Chatprotokoll hatte sich die Anklage und später auch das Urteil ganz wesentlich gestützt, weil aus ihnen hervorging, dass die Mutter ihre Tochter schwer misshandelte.

Doch auch wenn die Journalisten die Handy-Nachrichten zu dem Zeitpunkt nicht hätten veröffentlichen dürfen: Persönlich sei ihnen kein Vorwurf zu machen, urteilte das Gericht. Sie hatten vorher bei ihrem Hausjuristen nachgefragt, ob sie die Zitate nutzen dürften - und der hatte ihnen grünes Licht für die Veröffentlichung gegeben. Und auf den Rat eines erfahrenen Justiziars, so das Gericht, dürfen sich rechtsunkundige Journalisten verlassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 24.09.2015 | 17:00 Uhr