Stand: 14.11.2015 18:00 Uhr

Demonstration für Flüchtlinge in Hamburg

Mehrere Tausend Menschen sind am Sonnabend in Hamburg für die Rechte von Flüchtlingen auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Refugees welcome - heißt gleiche Rechte für alle" zogen sie vom Hauptbahnhof zu den Landungsbrücken und forderten "Bleiberecht für alle statt Verschärfung des Asylrechts" und angemessenen Wohnraum für Flüchtlinge. Zeitweise seien bis zu 9.000 Teilnehmer gezählt worden, sagte eine Sprecherin des Bündnisses "Recht auf Stadt - Never mind the Papers", das zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Die Polizei sprach von knapp 5.000 Menschen. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt unterstützten im Vorfeld fast 80 Gruppen, Vereine und Parteien den Aufruf des Bündnisses.

Zum Auftakt der Kundgebung gab es eine Schweigeminute für die Opfer der Attentate von Paris. Die Organisatoren und Demonstranten zeigten sich schockiert und traurig angesichts der Anschläge in Frankreich. "Vor dem Hintergrund des Terrors in Paris ist ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts nun noch wichtiger geworden", sagte Bündnissprecherin Martina Vega. Man dürfe nicht zulassen, dass Pegida und Co. den Terror für ihren Rassismus instrumentalisierten.

Mehr Unterstützung von der Stadt gefordert

Mit der Demonstration wollten die Teilnehmer auch auf Mängel in der Unterbringung und medizinischen Versorgung der Flüchtlinge aufmerksam machen. Außerdem forderten sie mehr Wohnungen für Bedürftige. "In einer reichen Stadt wie Hamburg sollten Menschen nicht in Zelten leben", sagte eine Rednerin. Die Menschen müssten eine Chance haben, zur Ruhe zu kommen. Viele Flüchtlinge würden seit Monaten auf ihr Taschengeld warten. Selbst dringend benötigte Kleidung wie Unterhosen würde häufig von Helfern gekauft, da die Stadt ihrer Verpflichtung nicht nachkomme.

Unter den Demonstranten waren auch Hunderte Flüchtlinge aus Hamburger Unterkünften. Immer wieder ergriffen Vertreter von Gruppen, in denen sich die Flüchtlinge selbst organisieren, das Wort und machten auf ihre Situation aufmerksam.

"Gleiche Rechte für alle" - Tausende bei Demo

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.11.2015 | 18:00 Uhr