Stand: 27.05.2017 21:18 Uhr

Aktivisten tanzen gegen den G20-Gipfel

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Tanzend protestieren Aktivisten vor dem Hamburger Hauptbahnhof gegen den G20-Gipfel.

Mit einer Tanzdemo und Straßentheater haben das globalisierungskritische Netzwerk Attac und das Bündnis "Jugend gegen G20" am Sonnabend in der Hamburger Innenstadt einen Vorgeschmack auf die Proteste gegen den G20-Gipfel im Juli in Hamburg gegeben. Die Demonstration startete am Hauptbahnhof und ging mit einer Abschlusskundgebung am Jungfernstieg zu Ende. "Das Ziel der Demonstration ist es, unseren Forderungen nach einer solidarischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen", sagte Bündnis-Sprecher Marvin Hopp am Freitag. Bis zu 100 Aktivisten beteiligten sich an dem Protest.

Nach dem offiziellen Ende der Demo am Sonnabend beschmierten einige Unbekannte noch die Glasfassade einer Deutsche-Bank-Filiale mit weißer Farbe und Sprüchen darauf wie "Raus aus Steueroasen" oder "Pay Your Tax". Mehrere Verdächtige wurden von der Polizei festgenommen.

Kreative Protestformen geübt

Das Bündnis "Jugend gegen G20" ist ein Zusammenschluss von 30 Jugendorganisationen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Jugendrat Hamburg und hatte gemeinsam mit Attac zu der Demo aufgerufen. Außerdem veranstaltete die Attac-Aktionsakademie am Wochenende in Hamburg ihre jährliche Tagung. Referenten berichteten über den Stand der Planungen zu den Camps, dem Alternativgipfel und der geplanten Großdemonstration anlässlich des Gipfels der führenden Industrie- und Schwellenländer.

Schüler und Studenten aufgerufen

Zum G20-Gipfel werden auch zahlreiche Gegendemonstrationen und Protestzüge anderer Gruppierungen in Hamburg erwartet. Am ersten Tag des Gipfeltreffens am 7. und 8. Juli in Hamburg sind Schüler und Studenten aus ganz Deutschland angehalten, dem Unterricht und ihren Vorlesungen fernzubleiben, um an Demonstrationen gegen den G20-Gipfel teilzunehmen. Das Ziel der Gegenproteste ist laut Angaben der Veranstalter, ein Zeichen gegen eine Wirtschaftspolitik zu Lasten von Mensch und Natur zu setzen.

Gipfel behindert den Verkehr

Im öffentlichen Nahverkehr wird der Gipfel deutliche Behinderungen nach sich ziehen. Die meisten Buslinien in der Innenstadt werden an den Gipfeltagen 7. und 8. Juli nicht fahren, teilte die Hamburger Hochbahn jetzt mit. Viele Linien, die aus den Außenbezirken in die Innenstadt führen, werden verkürzt werden. So fahre etwa die vielgenutzte Buslinie 5 von Niendorf Markt nur noch bis zur Hoheluftbrücke, wo die Fahrgäste in die U-Bahn wechseln sollen. "Wir empfehlen, die Innenstadt während des G20-Gipfels nicht aufzusuchen, wenn es nicht erforderlich ist", sagte ein Hochbahn-Sprecher.

Kostenloser Museumstag als Entschädigung

Als Entschädigung für die Unbequemlichkeiten will die Stadt allen Hamburgern am 9. Juli freien Eintritt in den großen Museen gewähren. Einen entsprechenden Antrag wollen SPD und Grüne am Mittwoch in die Bürgerschaft einbringen. Der Senat wolle den Museen die Einnahmeausfälle erstatten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.05.2017 | 16:00 Uhr

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