Stand: 24.05.2017 12:05 Uhr

City-Hochhäuser: Ärger um öffentliche Anhörung

Schon der geplante Abriss der denkmalgeschützten City-Hochhäuser nahe des Hamburger Hauptbahnhof ist umstritten. Nun gibt es auch um die mögliche Neubebauung des Geländes Ärger. Nach Informationen von NDR 90,3 hatte der Investor August Prien eine für den 1. Juni geplante öffentliche Präsentation der Architekten-Entwürfe überraschend absagen lassen. Auf dieser sollten die Architekten ihre Pläne den Hamburgern erläutern. Offenbar hatte der Investor jedoch die Sorge, die Veranstaltung könnte gestört werden.

Ein Rundgang durch die City-Hochhäuser

Präsentation findet statt

Die Hamburger Grünen intervenierten gegen die Absage der öffentlichen Anhörung - mit Erfolg. Das Architekten-Gespräch findet nun doch wie geplant statt. Außerdem können die Entwürfe am 30. Mai von 12 bis 20 Uhr in der Hongkongstraße 3 in der Hafencity von der Öffentlichkeit eingesehen und kommentiert werden. "Trotz der Sicherheitsbedenken war die Absage etwas unsensibel", sagt Rene Gögge, Denkmalschutz-Experte der Hamburger Grünen. "Wir stehen für die transparente Neubebauung des City-Hofs." Der Termin am 1. Juni findet ebenfalls in der Hongkongstraße statt, ab 17 Uhr.

Die City-Hochhäuser sind schon lange ein Politikum - auch innerhalb der rot-grünen Koalition. Auf Druck der Grünen musste der Investor einwilligen, noch vor der Jury-Entscheidung die sieben konkurrierenden Entwürfe zu präsentieren. Die Bürger-Meinung soll dann an die international besetzte Jury gehen, die am 2. Juni entscheidet, wer als Sieger aus dem Architekten-Wettbewerb hervorgeht. Von ursprünglich 29 Büros sind noch sieben im Rennen.

Seit 2013 unter Denkmalschutz

Die City-Hochhäuser gehören zu den markantesten Nachkriegsbauten in Hamburg. Sie wurden von 1956 bis 1958 nach den Plänen des Hamburger Architekten Rudolf Klophaus erbaut. Es waren die ersten Hochhäuser in der Innenstadt nach 1945. Sie stehen seit 2013 unter Denkmalschutz. Der Stadt gehört das Grundstück seit 2006. Im Frühjahr 2016 stimmte die Bürgerschaft mehrheitlich dafür, das Grundstück an das Hamburger Bauunternehmen Aug. Prien zu verkaufen - für 35,2 Millionen Euro. Das Unternehmen war der Sieger des Ende 2015 abgeschlossenen Bieter-Verfahrens. Noch werden die City-Hochhäuser vor allem vom Bezirksamt Mitte genutzt, das aber im Laufe des Jahres 2018 an einen anderen Standort umzieht.

Die Ladenpassage der City-Hochhäuser in Hamburg  Fotograf: Marc-Oliver Rehrmann

Schlechtes Image: Hamburger Nachkriegsarchitektur

Hamburg Journal -

Als die City-Hochhäuser 1958 eingeweiht wurden, galten sie als Vorboten der Moderne. Heute sehen viele Hamburger das Ensemble als Schandfleck- so wie andere Nachkriegsbauten.

4,4 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Weitere Informationen

2016: Bürgerschaft segnet City-Hof-Verkauf ab

Die Hamburgische Bürgerschaft hat mit rot-grüner Mehrheit für den Verkauf des denkmalgeschützten City-Hofs gestimmt. Die Opposition schäumt. Der Abriss ist aber noch nicht besiegelt. (01.04.2016) mehr


23.05.2017 14:38 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Textes war von G20-Gegnern die Rede, die nach Ansicht des Investors die Veranstaltung am 1. Juni stören könnten. Dieser Sachverhalt hielt einer Überprüfung jedoch nicht stand. Die Passage wurde entsprechend angepasst.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.05.2017 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:33

Unfallschwerpunkt Dammtor?

23.10.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
03:08

Hamburgs Geheimnisse: Holi-Kino

23.10.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:39

Aimee Mann begeistert im Mojo Club

23.10.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal