Stand: 25.02.2016 13:42 Uhr

Caspar fordert mehr Stellen für Datenschutz

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar sieht die Arbeit seiner Behörde akut gefährdet. Als Grund nennt er eine massive personelle Unterbesetzung. "Der Datenschutz in Hamburg ist über dem Limit", sagte Caspar am Donnerstag bei der Vorstellung des Datenschutzberichtes 2014/2015.

Mehr als acht neue Stellen gefordert

Werde seine Behörde personell nicht besser ausgestattet, warnte Caspar, "wird es nicht gelingen, den vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden, die mit der neuen, europaweit geltenden Datenschutzgrundverordnung künftig verbunden sind." Er fordert mindestens achteinhalb neue Vollzeitstellen für seine Behörde. Derzeit verfügt sie über 18,4 Vollzeitstellen.

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Hamburgs Datenschutzbeauftragter Caspar hat seinen Jahresbericht 2014/2015 vorgestellt.

Weil die großen, amerikanischen Internetkonzerne Google und Facebook ihre Deutschlandzentralen in Hamburg haben, ist Caspar auch für sie zuständig. Die Datenschutzbestimmungen dieser Konzerne stehen immer wieder massiv in der Kritik.

Auch Behörden haben Probleme

Dass selbst die Behörden mit Datenschutz zum Teil nicht richtig umgehen können, zeigt im Bericht ein Beispiel aus der Finanzbehörde: Dort werden verschickte Mails nicht verschlüsselt. Die Behörde sei auch nach fünf Gesprächsrunden nicht in der Lage gewesen, diesen Missstand zu beenden, so Casper.

Außerdem haben nach Recherchen der Datenschützer 5.000 Mitarbeiter der Stadt einen ungehinderten Zugang zu zwei Millionen Datensätzen der Finanzbehörde - das heißt zu privaten Adressen und Kontodaten von Hamburger Bürgern. Einem Missbrauch sei damit Tür und Tor geöffnet.

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