Stand: 07.08.2015 15:59 Uhr

Bunker-Anwohner dürfen frühestens Montag zurück

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Die Wohnungen um den ausgebrannten Bunker herum bleiben bis mindestens Montag gesperrt.

Nach dem Feuer im Hamburger Hochbunker in Rothenburgsort dürfen die rund 400 Anwohner frühestens am Montag zurück in ihre Wohnungen. Die Polizei hat die Wohnungen und den ausgebrannten Bunker gesperrt und versiegelt. In einigen der 220 gesperrten Wohnungen um den Bunker messen Experten die Schadstoff-Belastung, Ergebnisse solle es am Wochenende geben, sagte ein Sprecher der Frank Gruppe, dem Eigentümer des Bunkers und der Häuser, am Freitag NDR 90,3.

Auch die Brandermittler konnten ihre Arbeit am Freitag noch nicht aufnehmen. Ein Feuerwehrsprecher sagte NDR 90,3, man habe eine Temperaturmessstation in dem Gebäude eingerichtet und müsse noch abwarten. Ehe die Brandermittler mit der Suche nach der Unglücksursache beginnen könnten, müssten außerdem Statiker prüfen, wie standfest das Gebäude ist. Aber noch sei der Bunker nicht freigegeben.

Einige Anwohner im Hotel untergebracht

Für einen Teil der betroffenen Mieter wurden in zwei Hotels inzwischen 46 Zimmer angemietet. Man sei dabei, weitere Zimmer in einem nahegelegen Hotel zu buchen, kündigte der Sprecher der Frank Gruppe an. Dieses Angebot sei vor allem für ältere Menschen und Familien mit Kindern gedacht. Andere Mieter wurden bisher von Verwandten und Freunden aufgenommen.

Ätherische Öle durften im Bunker gelagert werden

Rothenburgsort war am Dienstagmorgen durch eine gewaltige Explosion erschüttert worden. Mindestens 45 Menschen, davon 15 Feuerwehrleute, wurden verletzt, als bei dem Feuer im Hochbunker in der Marckmannstraße rund 100 Tonnen ätherische Öle in Brand gerieten und noch während der Löscharbeiten explodierten.

Das Feuer war vermutlich in den Räumen einer Tischlerei im Bunker ausgebrochen. Inzwischen wurde bekannt, dass der Bezirk Mitte die Lagerung der ätherischen Öle im Bunker genehmigt hatte. Die Firma lagerte diese Gefahrgutstoffe dort bereits mehr als 60 Jahre. Ob in den richtigen Räumen und der genehmigten Menge müsse überprüft werden, sagt Norman Cordes, Sprecher des Bezirks Mitte. Auch überprüft werden muss, was zur sogenannten Rauchgasdurchzündung geführt hatte, bei der sich hochkonzentriertes, heißes Rauchgas durch plötzliche Luftzufuhr entzündet und eine gewaltige Druckwelle ausgelöst hatte.

Dichter Rauch über Rothenburgsort

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.08.2015 | 13:00 Uhr