Stand: 19.10.2015 07:23 Uhr

Brand in Unterkunft: Ermittlungen gegen Bewohner

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Etwa 40 Feuerwehrleute waren bei dem Feuer in Hamburg-Sülldorf im Einsatz.

In einer Hamburger Flüchtlingseinrichtung im Stadtteil Sülldorf sind am Samstagabend 14 Container komplett ausgebrannt, verletzt wurde niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Am späten Abend sei ein 19-jähriger Bewohner festgenommen worden, der mit anderen Bewohnern der Unterkunft Streit gehabt habe, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Einem Zeugen zufolge habe sich die Auseinandersetzung um die Benutzung der Badezimmer gedreht, bei dem Konflikt sei auch ein Messer gezückt worden. Das Amtsgericht Hamburg habe auf dem Eilweg einen Durchsuchungsbeschluss für sein Zimmer erlassen. Allerdings sei der Tatverdächtige zunächst entlassen worden, weil kein dringender Tatverdacht vorgelegen habe. Wie NDR 90,3 am Montag berichtete, ermittelt die Polizei aber weiter gegen den 19-Jährigen.

Brand nach zwei Stunden gelöscht

Ein Zeuge hatte laut Polizei eine zufällig am Brandort vorbeifahrende Rettungswagenbesatzung auf das Feuer aufmerksam gemacht. Insgesamt waren 40 Feuerwehrleute im Einsatz und löschten den Brand innerhalb von zwei Stunden. Als der erste Löschzug um kurz nach 20 Uhr in der Straße Sieverstücken eintraf, schlugen die Flammen bereits mehrere Meter hoch. Die in zwei Reihen übereinander gestapelten Wohncontainer brannten in voller Ausdehnung, wie Feuerwehr-Einsatzleiter Helge Hamdorf sagte. Das Feuer war laut Augenzeugen-Berichten in einem der unteren Container ausgebrochen.

Ein Mitarbeiter von "fördern & wohnen", dem Träger der Einrichtung, organisierte für die 28 Bewohner, die durch das Feuer obdachlos geworden waren, neue Unterkunftsplätze. Die Einrichtung in Sülldorf aus dem Jahr 1994 ist eine der ältesten Flüchtlingsunterkünfte und hat laut dem Heimbetreiber 360 Plätze. Sie liegt die zwischen der Bahnlinie S 1 und dem Krankenhaus Rissen. Neben der Klinik plant der Bezirk Altona eine weitere Unterkunft für rund 3.000 Flüchtlinge.

Sozialsenatorin dankt der Feuerwehr

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) zeigte sich am Sonntag erleichtert, dass es keine Verletzten gab und versprach Hilfe. "Ich bin sehr froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist und danke der Feuerwehr für ihre schnelle Hilfe. Wir werden umgehend dafür sorgen, dass die Einrichtung wieder bewohnbar wird." Die ausgebrannten Wohncontainer sollen ersetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.10.2015 | 07:00 Uhr

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