Stand: 28.01.2016 21:13 Uhr

Bombe entschärft - lange Staus in Hamburg

Explosionsgefahr in Eppendorf, Stillstand in ganz Hamburg: Der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Baustelle in der Geschwister-Scholl-Straße hat am Donnerstag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Rund 6.000 Menschen mussten im Umkreis von 300 Metern ihre Wohnungen verlassen. Gegen 20 Uhr kam die erlösende Nachricht der Feuerwehr per Twitter: Der Blindgänger sei erfolgreich entschärft worden. Alle Sperrmaßnahmen wurden aufgehoben.

Bombenalarm in Eppendorf

Zünder war beschädigt

Der Zünder sei mit einem Hochdruck-Wasserschneidgerät herausgefräst und der Detonator gesprengt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. "Jetzt ist wieder alles sicher." Die 250-Kilo-Bombe hatte einen beschädigten Langzeit-Säurezünder, was die Entschärfung besonders riskant gemacht hatte. Sie enthielt 140 Kilogramm Sprengstoff, die übrigen 110 Kilo Material hätten bei einer Explosion durch die Gegend fliegen und schlimmstenfalls Menschen töten können.

Lange Staus im ganzen Stadtgebiet

Zuvor hatten die Straßensperrungen in Eppendorf am frühen Nachmittag nach und nach den Verkehr im gesamten Stadtgebiet fast zum Erliegen gebracht. Kilometerlange Staus ließen viele Autofahrer fluchen. Auch Busverbindungen wurden umgeleitet. Am Abend war dann auch der Flughafen betroffen: Während der Entschärfung mussten mehrere Starts und Landungen gestrichen werden, einige verzögerten sich.

Nicht alle wollten sich evakuieren lassen

Die englische Fliegerbombe war bei Sondierungsarbeiten auf einer Baustelle entdeckt worden. Die Evakuierung des Wohngebiets dauerte mehrere Stunden. Polizeibeamte gingen von Haus zu Haus und forderten die Menschen auf, das Sperrgebiet zu verlassen. Einige Anwohner hätten sich geweigert zu gehen und damit die Evakuierung verzögert, teilte die Polizei per Twitter mit.

Das Universitätsklinikum Eppendorf lag ganz knapp außerhalb des Warngebiets und war darum nicht von den Maßnahmen betroffen. Es wurde nach Angaben der Polizei aber als Notquartier genutzt. Rettungsdienste hatten auch die Bewohner mehrerer Pflegeheime in Sicherheit gebracht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.01.2016 | 21:00 Uhr