Stand: 22.09.2015 16:10 Uhr

Blitzeraffäre: GdP-Chef stellt Strafantrag

In Hamburg hat der Fall eines Polizisten Schlagzeilen gemacht, der mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Radarfalle geraten war. Vor allem deshalb, weil jener Polizist in der Hansestadt kein Unbekannter ist. Er heißt Gerhard Kirsch und ist Chef der mit rund 4.000 Mitgliedern zweitgrößten Polizeigewerkschaft in Hamburg, der GdP. Berichtet hatte über den Fall in der vergangenen Woche zunächst die "Hamburger Morgenpost". Der Fall könnte bald die Strafverfolgungsbehörden beschäftigen. Allerdings nicht wegen der Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit, sondern weil offenbar behördeninterne Informationen an die Öffentlichkeit gelangten.

Wie gelangten Informationen an die Öffentlichkeit?

Die Frage ist, wie die internen Daten über seinen Regelverstoß an die Zeitung und damit an die Öffentlichkeit geraten konnten. Die unbefugte Weitergabe solcher Informationen ist im Strafgesetzbuch mit empfindlichen Sanktionen bedroht. Kirsch stellte nach Informationen von NDR Info mittlerweile Strafantrag. Untersucht wird die Angelegenheit bei der Polizei derzeit vom Dezernat für interne Ermittlungen. Gut möglich, dass nach deren Abschluss daraus ein Fall für die Staatsanwaltschaft wird.

Gewerkschaftschef räumt Fehler ein

Wie die Boulevardzeitung berichtete, soll Kirsch bei der Fahrt außerdem ein Handy am Ohr gehabt und den Sicherheitsgurt nicht angelegt haben. Der 51-Jährige räumte den Verstoß gegen die Straßenverkehrsvorschriften ein und sagte NDR Info: "Das war ein klarer Fehler. Dazu stehe ich - aber aus Fehlern lernt man."

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