Stand: 29.06.2017 21:22 Uhr

Bei Beiersdorf sind die Telefone noch tot

Der Hamburger Beiersdorf-Konzern ist noch immer stark durch einen Hacker-Angriff beeinträchtigt. Auch am Produktionsstandort in Eimsbüttel, wo Cremes und Deos hergestellt werden, standen die Bänder auch am Donnerstag still. Mehrere Großunternehmen waren am Dienstag Opfer einer erneuten Hacker-Attacke geworden.

Das beiersdorf-Gebäude in Hamburg.

Hackern zum Trotz: Beiersdorf schaut nach vorn

Hamburg Journal -

Von der Cyberattacke, die auch andere Firmen lahmgelegt hat, lässt sich Beiersdorf nicht beirren. Das Unternehmen stellte seine Pläne für die neue Konzernzentrale vor.

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Produktionsstätten lahmgelegt

Bei Beiersdorf sind die Telefone noch tot, die Mitarbeiter in der Konzernzentrale können nur über ihr Handy oder Messengerdienste wie Whatsapp kommunizieren. Das sei aber sein geringstes Problem, sagte Beiersdorf Vorstand Stefan Heidenreich NDR 90,3: "Die Produktionsstätten müssen auch wieder anfangen, das ist die nächste Priorität." Cremes, Bodylotions, Deos: All das kann zur Zeit nicht hergestellt werden, weil der Hackerangriff die Produktionsstätten des Beiersdorf-Konzerns lahmgelegt hat - weltweit. Es sei viel harte Arbeit von den IT-Leuten, die Probleme zu beheben, sagte Heidenreich.

Kunden können beliefert werden

Allerdings: Die Lager sind voll, die Kunden können wie gewohnt beliefert werden. Die Cyberattacke trifft den Hamburger Konzern ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo er sich eigentlich andere Schlagzeilen erhofft hatte: Beiersdorf will an seinem Firmensitz in Eimsbüttel eine neue Konzernzentrale bauen. Für 230 Millionen Euro entstehen an der Troplowitzstraße moderne Büros und ein neues Forschungszentrum.

Auch Tesa ist vom Netz

Auch die Beiersdorf-Tochter Tesa hat mit den Folgen des Angriffs zu kämpfen. Unter anderem am Firmensitz in Norderstedt waren am Mittwoch die Computer und Telefone vom Netz, wie ein Sprecher der NDR 1 Welle Nord sagte. Mitarbeiter seien auf das Handy angewiesen. Sechs weitere Produktionsstandorte des Unternehmens seien ebenfalls mit dem Trojaner infiziert.

Die am Dienstag rund um den Globus verbreitete Schadsoftware war nach Angaben von Experten nicht nur über eine Windows-Sicherheitslücke eingedrungen, die im Mai schon der Erpressungstrojaner "WannaCry" ausgenutzt hatte, sondern fand auch einen weiteren Weg, Computer innerhalb eines Netzwerks anzustecken.

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Mehrere Konzerne weltweit betroffen

Auch weiteren große Konzernen in verschiedenen Ländern meldeten Computerausfälle. Betroffen war unter anderem der Container-Riese Maersk sowie der Hafen in Rotterdam. Der staatliche ukrainische Flugzeugbauer Antonov spricht von einem Angriff. Auch Banken, der staatliche Stromnetzbetreiber, der Kiewer Flughafen und andere Unternehmen des Landes meldeten Attacken. Das Netzwerk der Regierung musste abgeschaltet werden.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.06.2017 | 12:00 Uhr

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